Kaffee

Büro-Alltag


Karrierebibel wünscht allen Lesern frohe Ostern!

Geschrieben am: 18-04-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

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Genießen Sie nicht nur die freien Feiertage – genießen Sie jeden Augenblick davon. Im Augenblick selbst.

Wann ist Ostern? Hier und Jetzt!

So wie es Jonathan Harris schon seit einiger Zeit macht und dazu dieses phantastische Projekt gestartet hat, sein ganz persönliches Ritual:

Jeden Tag macht er ein Foto – und veröffentlicht es auf seiner Website, bevor er schlafen geht. Jeden Tag. Mehr als ein Jahr lang. Das Ergebnis ist dieses Video, das er mit seinen Gedanken dazu vertont hat.

Ein schöner Appell, den Tag und den Moment mehr wertzuschätzen und seine kleinen Geschichten festzuhalten.

Urlaubtipps: Besser erholen in den Osterferien

Geschrieben am: 17-04-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

Maridav/shutterstock.comViele Arbeitnehmer nutzen Feiertage und Brückentage dazu, um sich eine längere Pause zu gönnen und in den Urlaub zu fahren. Der Urlaub ist für die arbeitende Bevölkerung die schönste Zeit des Jahres. Bei der Buchung träumen Sie noch von weißen Stränden, sonnigem Wetter und erholsamen Stunden am Pool. Einige Tage vor der Abreise merken Sie dann, dass noch super viel Arbeit auf Ihrem Schreibtisch liegt und Sie sich doppelt anstrengen müssen, um alles vorher abzuarbeiten. Im Feriendomizil angekommen, können Sie auch nicht richtig abschalten. Im Handumdrehen sind die paar freien Tage vergangen und zurück im Büro warten wieder alle liegen gebliebenen Aufgaben. Bei dieser Aussicht, kann einem glatt die Lust auf Urlaub vergehen. Damit das nicht passiert, haben wir einige Tipps, wie Sie sich richtig vorbereiten und im Urlaub gut erholen

Die richtige Vorbereitung

Sich regelmäßig längere Auszeiten zu gönnen, ist wichtig, damit Sie produktiv arbeiten können. Doch die Entspannung wird sich nach Ihrer Rückkehr schnell verflüchtigen, wenn Sie Ihren Urlaub nicht ausreichend vorbereitet haben. Zusätzlich warten neben einer Unmenge ungelesener E-Mails, auch ein Berg mit Aufgaben und dutzende offene Baustellen auf Sie. Ersparen Sie sich diesen Stress durch die richtige Vorbereitung und schaffen Sie die Voraussetzung für eine ruhige Rückkehr in den Job.

  • Verschaffen Sie sich einen Überblick. Überlegen Sie, welche Aufgaben noch erledigt beziehungsweise an Kollegen verteilt werden müssen. Prüfen Sie den aktuellen Stand Ihrer Projekte und antizipieren Sie, was in den kommenden Tagen und Wochen noch an Aufgaben aufpoppen könnte.
  • Machen Sie sich einen Plan. Erstellen Sie sich eine Übersicht mit allen anfallenden Aufgaben und dem Zeitraum, in dem diese bearbeitet werden müssen. Planen Sie dabei genügend Pufferzeit für unerwartete Anfragen ein.
  • Delegieren Sie Aufgaben. Fragen Sie sich, welche Aufgaben Sie selbst bearbeiten sollten und welche Sie in Ihrer Abwesenheit an Kollegen weitergeben können. Welcher Ihrer Kollegen kann welche Aufgabe übernehmen? Informieren Sie die entsprechenden Kollegen über den aktuellen Stand und wichtige Deadlines. Das sollten Sie frühzeitig tun, damit Sie noch für eventuelle Rückfragen zur Verfügung stehen.
  • Erstellen Sie eine Übergabe. Am besten fertigen Sie ein schriftliches Dokument für Ihre Vertretung an. Aus diesem Dokument sollte hervorgehen: Was zu erledigen ist, welche Deadlines es gibt, wer die Ansprechpartner auf Kundenseite sind und wo Material zu finden ist. Diese Übersicht dient den Kollegen, die Ihren Posten übernehmen, als Orientierungshilfe.
  • Arbeiten Sie vor. Wenn es Ihnen möglich ist, beginnen Sie jetzt schon mit Aufgaben, die erst nach Ihrem Urlaub fertig werden sollen. Denken Sie daran, dass nach der Rückkehr der erste Tag verloren geht, um E-Mails zu lesen und sich einen Überblick zu verschaffen. Alles, was Sie jetzt schon schaffen, führt dazu, dass Sie nach Ihrem Urlaub weniger Stress haben.
  • Arbeiten Sie organisiert. Je mehr Ordnung Sie in Ihre Arbeit bringen, desto leichter wird es Ihnen fallen, Aufgaben abzugeben. Der betreffende Kollege findet sich dann auch leichter zurecht.
  • Legen Sie keine wichtigen Termine auf Ihren letzten Arbeitstag. Sie werden wesentlich entspannter und mit einem besseren Gefühl in den Urlaub starten können, wenn Sie keine Kundenmeetings oder auswärtigen Termine auf Ihren letzten Tag legen. Diese kosten in der Regel mehr Zeit als erwartet und führen zu neuen Aufgaben.

Hier ist eine Checkliste für Sie, mit Dingen, die Sie noch erledigen sollten, bevor Sie heute das Büro verlassen.

Erholung im Urlaub

Dudarev Mikhail/shutterstock.comHaben Sie es endlich in den Urlaub geschafft, versuchen Sie die Zeit zu nutzen, um den Kopf frei zu bekommen und sich Dingen zu widmen, die sonst zu kurz kommen.

  • Schalten Sie so richtig ab. Keine E-Mails, keine Telefonate mit Kunden oder Kollegen und kein Blick in die Arbeitsunterlagen! All diese Dinge verhindern, dass Sie zur Ruhe kommen und sich erholen. Bei Urlaub geht es nicht darum, von woanders halbtags zu arbeiten, sondern gar nicht zu arbeiten. Auch wenn es zu Beginn schwer fällt: Versuchen Sie mit dem Schritt aus dem Büro raus, alle Gedanken an Ihren Job für eine Weile aus Ihrem Kopf zu verbannen. Wenn Sie sich fragen, ob Sie auch im Urlaub immer noch erreichbar sein müssen, finden Sie hier die Antwort.
  • Entspannen Sie sich. Meditieren Sie, hören Sie Musik, nehmen Sie ein langes Bad oder gehen Sie spazieren. Ein Ausflug in die Therme ist beispielsweise auch ein kleiner Kurzurlaub. Zahlreiche weitere Inspirationen zur Entspannung finden Sie in dieser Übersicht aus unserem Fundus.
  • Probieren Sie etwas Neues aus. Gehen Sie beispielsweise in einem exotischen Restaurant essen, trinken Sie einen ausgefallenen Cocktail oder testen Sie eine neue Freizeitaktivität, wie das Wave-Board-Fahren. Solche Aktivitäten machen Spaß und lenken Sie von den Gedanken an den Job ab.
  • Treffen Sie sich mit Freunden. Soziale Aktivitäten machen glücklich und fördern die Gesundheit. Gehen Sie mit Freunden einen Kaffee trinken oder zusammen ins Kino.
  • Verreisen Sie. Auch wenn Sie nur ein paar Tage Zeit haben, kann es erholsam sein, einen kleinen Kurzurlaub im Ausland oder eine Städtereise übers Wochenende zu machen. Sie machen neue Erfahrungen und erweitern Ihren Horizont. Brückentage eignen sich hierfür besonders gut, welche es 2014 gibt, finden Sie hier. Wir haben eine Checkliste mit 50 Dingen, an die Sie vor der Abreise denken sollten, zusammengestellt.
  • Lesen Sie ein gutes Buch. Im alltäglichen Arbeitsstress haben Sie wahrscheinlich kaum die Zeit, um Bücher einfach nur so zum Spaß zu lesen. Nach der Arbeit warten meistens noch zahlreiche Haushaltspflichten und abends fallen Sie erschöpft ins Bett. Im Urlaub können Sie sich die Zeit für einen schönen Roman oder einen Krimi nehmen. Passive Aktivitäten fördern die Entspannung ungemein. Die aktuelle Spiegel-Bestseller-Liste finden Sie hier.
  • Schlafen Sie aus. Schlaf ist meistens das Erste, was im stressigen Arbeitsalltag zu kurz kommt. Nutzen Sie die Zeit und gönnen sich mal acht Stunden und mehr Schlaf. Es ist ein unglaublich befreiendes Gefühl, sich abends ins Bett zu legen und keinen Wecker stellen zu müssen.
  • Legen Sie sich in die Sonne. Arbeitnehmer verbringen viel zu viel Zeit im Büro und zu wenig draußen an der frischen Luft. Nutzen Sie Ihre freien Tage und verbringen Sie mehr Zeit draußen, denn Sonnenlicht ist sehr wichtig für unsere Gesundheit. Der menschliche Körper kann Vitamin D nur mit Hilfe von Sonnenlicht produzieren. Doch Vorsicht vor Sonnenbrand! Wie viel Sonne Ihr Hauttyp verträgt, erfahren Sie hier.
  • Treiben Sie Sport. Bewegung tut gut und hält gesund, vor allem geistig. Nutzen Sie die Chance und das schöne Frühlingswetter beispielsweise für eine ausgiebige Radtour.
  • Spielen Sie ein Spiel. Gesellschaftspiele und Denkspiele machen Spaß und trainieren ganz beiläufig Ihr Gedächtnis. Laden Sie Freunde zu einem Spieleabend ein oder spielen Sie mal wieder eine Runde Monopoly mit der Familie.

Denken Sie daran, Urlaub ist das, was Sie daraus machen. Er muss nicht perfekt sein, nehmen Sie Ungeplantes gelassen hin, dann können Sie die Feiertage entspannt genießen.

[Bildnachweis: Maridav, Dudarev Mikhail by Shutterstock.com]

Google+ Guide: Tipps für mehr Plusse und Follower

Geschrieben am: 17-04-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

google presskitDie Bedeutung von Google+ für Sichtbarkeit, Reichweite und Online Reputation können inzwischen wohl auch die schärfsten Kritiker nicht mehr verleugnen. Zu aggressiv und konsequent hat Google sein soziales Netzwerk in fast alle Dienste des Google Universums integriert und dadurch de facto zur zentralen Anlaufstelle für Google Nutzer gemacht. Trotz dieser Bedeutung hält sich das Wissen über das Google-Netzwerk bei vielen Bewerbern, Unternehmen und Kommunikatoren jedoch in Grenzen. Da wollen wir heute Abhilfe schaffen. In unserem Google+ Guide zeigen wir, wie Sie mehr Plusse und Follower – und damit in der Konsequenz mehr Reichweite und Sichtbarkeit – gewinnen und Google+ noch besser nutzen können.

Google+: Soziales Netzwerk und Schnittstelle in einem

Um Google+ wirklich zu verstehen ist es essentiell, sich das Wesen und die Ausrichtung von Google+ bewusst zu machen. Im Gegensatz zu Facebook oder Twitter handelt es sich hier eben nicht nur um ein soziales Netzwerk, sondern um einen integralen Bestandteil der Google-Dienste und -Strategie. Der Netzwerk-Aspekt geht hier weit über die Nutzer hinaus und umfasst auch andere Google-Dienste und die Sichtbarkeit von Content. Anders formuliert:

Google+ ist sowohl soziales Netzwerk als auch Schnittstelle für verschiedenste Dienste und ultimativ auch eine Plattform für Autoren und Content-Ersteller aller Bereiche und Medienformate.

Mit diesem Konzept im Hinterkopf ist es kein Wunder, dass wir Ihnen im ersten Schritt empfehlen, Ihre Google+-Seite – als Organisation oder Unternehmen – oder Ihr Google+-Profil – als Person – mit allen von Ihnen genutzten Google-Diensten und -Accounts zu verknüpfen.

Dabei sollten Sie an verschiedene Dienste und Verknüpfungen denken, beispielsweise:

  • Youtube-Account
  • Google Mail Account
  • Google Local
  • AuthorRank

Google local ist natürlich nur für Unternehmen interessant, die auch einen lokalen Bezug haben und in Verbindung mit ihrem Ort gefunden werden wollen. Wie die Verknüpfung von Google local mit einer Google+-Seite gelingt und was es generell bei Google local zu beachten gilt, hat Philip Steuer in einem hervorragenden Google local Guide zusammengestellt.


Der AuthorRank ist dagegen für alle Autoren interessant, egal ob sie für ein eigenes Blog oder andere Plattformen schreiben. Es ist kurz gesagt Googles Weg, Inhalte einem bestimmten Autor zuzuordnen und so die Sichtbarkeit und Reichweite der Person zu optimieren. Unter anderem wird Ihr Google Profil dann auch mit Profilbild bei Ihren Artikeln in den Google Suchergebnissen angezeigt. Wie die Integration funktioniert und was Sie beim AuthorRank beachten sollten, hat Jochen Mai in einem Artikel ausführlich erklärt. Ob Ihre Integration funktioniert, können Sie dann mit dem Google eigenen Tool testen.

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Dass Sie Sie Ihren Youtube-Account mit Google+ verknüpfen sollten versteht sich von selbst. Wenn Sie auf Youtube kommentieren wollen, ist das inzwischen sogar verpflichtend. Zu guter Letzt sollten Sie auch den Google+-Button in Ihr Blog integrieren und so Ihren Lesern die Möglichkeit bieten, die Seite direkt vom Blog aus zu plussen. Den Button können Sie sich hier generieren lassen.

Google+: So nutzen Sie das Netzwerk optimal

Trotz dieser Schnittstellenfunktion ist Google+ auch ein soziales Netzwerk, dass seinen ganz eigenen Regeln folgt und von Ihnen entsprechend genutzt werden sollte. Neben der Themenwahl – die Ihre Zielgruppe und potenziellen Follower natürlich ansprechen und zu Ihnen oder Ihrem Unternehmen passen sollte – spielt hier auch die Struktur Ihrer Google+-Posts eine wichtige Rolle. Das Team von mycleveragency hat dazu eine hervorragende Infografik erstellt, die Sie vollständig am Ende des Beitrags finden. Die für Google+ wichtigen Aspekte sehen Sie unten.

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Beim Titel sollten Sie – das empfehlen zumindest einige Seiten – darauf achten, dass dieser maximal 60 Zeichen lang ist. Der Grund: Damit beschränkt er sich auf eine Zeile und ist für viele Google+-Nutzer ansprechender als ein längerer, zweizeiliger Titel. Bei der Nutzung von Hashtags – wie Sie auch in der Infografik sehen – auf einige Punkte achten:

  • Nutzen Sie die gleichen Hashtags konsequent und häufig.
  • Nutzen Sie auch die Hot Topics, um die passenden und angesagten Hashtags zu wählen.
  • Setzen Sie Hastags gezielt ein und überfrachten Sie Ihre Beiträge damit nicht.

Auch wenn Google+ noch keinen Facebook ähnlichen Algorithmus nutzt, kommen bildlastige Beiträge mit auffälligen Visuals auch auf Google+ bei Fans und Followern besser an. Wählen Sie Ihre Artikelbilder zu klein erhalten Sie beim Tielen die klassische Ansicht, die Sie unten sehen.


Sind Ihre Artikelbilder jedoch groß genug – 506 Pixel breit oder größer – erhalten Sie ein größeres Vorschaubild, das Ihren Beitrag deutlich im Stream abhebt. Das sieht dann so aus:


Alternativ können Sie auch Bilder in Ihre Beiträge hoch laden, in diesem Fall sollte Ihr Bild mindestens 350 Pixel breit sein. Wie in jedem sozialen Netzwerk gilt: Wählen Sie die Sprache Ihrer Fans, sprechen Sie andere nur dann direkt an, wenn der Beitrag wirklich relevant für die Nutzer ist und achten Sie auf hohe Qualität. Wichtig: Wenn Sie einen Beitrag mit einem Kreis teilen werden die im Kreis befindlichen Google+-Nutzer benachrichtigt. Das kann schnell nerven. Teilen Sie Ihre Beiträge lieber öffentlich.

Natürlich können Sie die Sichtbarkeit und Reichweite Ihre Beiträge auch durch das Posten in Communities erhöhen. Die Wirkung ist aktuell jedoch eher begrenzt und bleibt hinter den ursprünglich hohen Erwartungen zurück.

Weiterführende Artikel

Wenn Sie sich noch umfassender in Google+ einarbeiten wollen, empfehlen wir Ihnen die folgenden Artikel:

Google+ und Youtube: Nutzen Sie das Potenzial

Auch Ihren Youtube-Kanal sollten Sie bei der Google+-Nutzung nicht vergessen. Hier geht es nicht nur um die Verknüpfung Ihres Kanals, auch die aktive Nutzung der Google+-Hangouts sollte Sie in Ihr Konzept einbeziehen. Zu diesen können Sie nicht nur Google+-Nutzer einladen, sondern über die passenden Gäste auch deren Follower aktivieren und auf Ihren Kanal und Ihre Google+-Seite lenken.

Machen Sie dann noch deutlich, dass Sie Hangouts (on Air) immer auf Google+ vor- und nachbereiten und Themen und Fragen über das Netzwerk einsammeln, können Sie so sowohl Ihrem Youtube-Kanal als auch Ihrer Google+-Seite Nachschub und neue Follower verschaffen. Bei der Nachbereitung der Hangouts sollten Sie darauf achten:

  • Das Video nicht einfach nur zu teilen sondern auch zu kommentieren.
  • Mehrere Beiträge dazu abzusetzen.
  • Die wichtigsten Passagen des Videos als kurze Clips gesondert zu publizieren.
  • Screenshots als Vorschau zu nutzen und dann im Beitrag nur auf das Video zu verlinken.
  • So nutzen Sie den Hangout auch deutlich nach der Aufzeichnung als Content für Ihr Netzwerk und können Ihre Sichtbarkeit auf Google+ deutlich steigern.

    mycleveragency

    PS: Folgen Sie uns auf Google+!


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Abwesenheitsnotiz: So verabschieden sich Profis

Geschrieben am: 17-04-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

 docstockmedia/shutterstock.comOstern steht vor der Tür. Über die Feiertage gönnen sich viele Arbeitnehmer eine kleine Auszeit und fahren in den Urlaub. Vielleicht ist es Ihnen sogar gelungen, sich die gesamte Woche nach Ostern frei zu nehmen. In Gedanken packen Sie bereits die Koffer und freuen sich, auf ein paar Tage voller Ruhe und Endspannung. Doch bevor Sie in die wohlverdienten Ferien davon brausen, sollten Sie Kunden und Kollegen über Ihre Abwesenheit informieren. Wie Sie eine gute Abwesenheitsnotiz schreiben, erfahren Sie hier.

Richtig abschalten

Können Sie sich im Urlaub eigentlich richtig entspannen? Oder gehören Sie zu jenen Menschen, die sich auch während einer Radtour mit der Familie fragen, ob in der Arbeit alles funktioniert? Produktives Arbeiten ist ein Wechsel zwischen Spannung und Entspannung. Gönnen Sie sich eine Auszeit, in der Sie Ihren Akku wieder voll aufladen. Nehmen Sie sich Zeit für die Dinge, die sonst zu kurz kommen. Doch damit das möglich ist, sollten Sie richtig abschalten:

  • Checken Sie Ihre E-Mails nicht. Wenn Sie in Ihr E-Mail-Postfach schauen, steigt nur die Versuchung wieder zu arbeiten. Sie denken sich vielleicht: Nur noch schnell dieses kleine Anliegen beantworten. Doch ehe Sie sich versehen, arbeiten Sie wieder acht Stunden am Tag.
  • Schalten Sie Ihr Arbeitstelefon aus. Seien Sie nicht erreichbar oder, wenn es unbedingt sein muss, nur in Notfällen. Wenn Ihre Kunden wissen, dass Sie nicht erreichbar sind, werden diese auch nicht anrufen. Andernfalls kann es sein, dass Sie, aufgrund irgendeines Anliegens, Ihren Urlaub verkürzen müssen.
  • Lesen Sie keine Fachliteratur. Lesen Sie stattdessen etwas rein aus Spaß, vielleicht einen Roman oder einen Krimi.
  • Lassen Sie Ihre Unterlagen im Büro. Im Urlaub müssen Sie nichts mehr fertig stellen. Verschieben Sie die Ausarbeitung von Konzepten auf Ihre Rückkehr.
  • Durchbrechen Sie Ihren üblichen Tagesablauf. Schlafen Sie einfach mal aus oder frühstücken Sie später am Tag. Es tut gut, aus dem gewohnten Trott zu kommen.

Wenn Sie die ganze Zeit nur an Arbeit denken, können Sie Ihren Urlaub nicht genießen. Ein halber Urlaub ist nicht erholsam, deswegen bereiten Sie den Weg, um nicht erreichbar zu sein:

  • Informieren Sie frühzeitig die Menschen, mit denen Sie zusammenarbeiten, telefonisch.
  • Fügen Sie einige Tage vorher einen Hinweis zum Urlaubszeitraum unter Ihre Signatur.
  • Stellen Sie an Ihrem letzten Tag vor dem Urlaub eine Abwesenheitsnotiz ein.

Tipps für die perfekte Abwesenheitsnotiz

Lichtmeister/shutterstock.comWie immer kommt es dabei in erster Linie auf den Ton an. Nur weil Sie persönlich abschalten, enden die Pflicht zur Höflichkeit und Hilfsbereitschaft nicht. Ihre Abwesenheitsnotiz sollte sachlich formuliert sein und nur die nötigsten Informationen enthalten.

Was NICHT reingehört:

  • Schadenfreude: Selbstverständlich sind Sie voller Vorfreude auf die bevorstehenden freien Tage, doch reiben Sie Ihrem Gegenüber Ihre Freude nicht unter die Nase. Das lässt Sie unsympathisch wirken und verärgert den Empfänger.
  • Gemeinheiten: Viele Arbeitnehmer fürchten sich vor einer E-Mail-Flut nach Ihrer Rückkehr und tendieren dann zu harschen Formulierungen. Ein Berliner Stadtrat ist in Urlaub gefahren und hat angekündigt, alle in dieser Zeit anlaufenden E-Mails, restlos zu löschen. Das ist ein Statement. Doch versetzen Sie sich in die Lage des Empfängers. Dieser fühlt sich nicht ernst genommen und im Regen stehen gelassen. Solche Aktionen können das Verhältnis zu einem Kunden nachhaltig schädigen.
  • Pseudo-witizige Formulierungen: Humor ist in Ordnung, solange der Empfänger sich nicht veräppelt fühlt. Witze, wie diese: Vielen Dank für ihre E-Mail. Ihre EC-Karte wurde für die ersten zehn Worte mit 5,99 Euro belastet sowie mit 1,99 Euro für jedes weitere Wort., können Sie sich getrost sparen. Sie nerven nur.
  • Unklare Formulierungen: Formulieren Sie klar und direkt, damit kein Spielraum für Interpretationen entsteht. Formulierungen, wie vielleicht lese ich ab und zu meine E-Mails, wecken falsche Erwartungen. Der Empfänger ist dann verärgert, wenn er keine Antwort erhält.
  • Details zum Urlaub: Wohin Sie verreisen und was Sie dort tun, sind nette Anekdoten für einen Kaffee nach Ihrem Urlaub. Es ist jedoch unnötig, darüber in einer Abwesenheitsnotiz zu informieren, denn es sind keine Informationen, die dem Empfänger weiterhelfen. Wenn Sie schreiben: Ich liege am Strand von Kuba und schlürfe Cocktails, wirkt das wie Angeberei.

Was SEHR WOHL reingehört

  • Zeitraum: Geben Sie den Zeitraum Ihres Urlaubs mit Datum an, damit der Empfänger darüber informiert ist, wie lange Sie nicht zu erreichen sind. Diese Information hilft ihm dabei zu entscheiden, ob das Anliegen so dringend ist, dass er Ihre Vertretung kontaktiert oder bis zu Ihrer Rückkehr wartet.
  • Abwesenheit: Signalisieren Sie deutlich, dass Sie im genannten Zeitraum nicht erreichbar sind und dass die eingehenden E-Mails nicht automatisch weitergeleitet werden. Das ist wichtig, damit der Empfänger weiß, dass er sich an eine andere Person wenden muss, wenn es sich um ein dringendes Anliegen handelt.
  • Vertretung: Geben Sie eine konkrete Ansprechperson sowie deren Kontaktdaten als Urlaubsvertretung an. Damit verhindern Sie, dass dringende Fälle ins Leere laufen und zu Problemen werden.
  • Hilfsbereitschaft: Fügen Sie am Schluss Ihrer Abwesenheitsnotiz einen Satz ein, in dem deutlich wird, dass Sie sich nach Ihrer Rückkehr um das Anliegen kümmern werden. Sie zeigen damit, dass Ihnen nicht egal ist, was während Ihres Urlaubs passiert.
  • Internationalität: Wenn Sie auch mit Kollegen oder Kunden aus dem Ausland zusammenarbeiten, sollten Sie nicht vergessen, Ihre Abwesenheitsnotiz auch auf Englisch zu verfassen.

Abwesenheitsnotiz: So geht’s nicht

Folgende Beispiele haben keinerlei Informationsgehalt und nerven oder verärgern den Empfänger nur.

Ab sofort bin ich im Urlaub und lese keine Mails mehr.

Sorry, bin die nächsten zwei Wochen am Pool und trinke Cocktails. Sie erreichen mich erst wieder am xx.yy.zz!

Der Mail Server konnte die Server Verbindung nicht verifizieren. Bitte starten Sie ihren PC neu und versuchen diese Mail nochmals zu senden.

Nicht da. Von xx.yy. bis xx.yy.

Ich bin dann mal weg.

Abwesenheitsnotiz: So geht’s richtig

Das hier ist eine Möglichkeit, wie eine gute Abwesenheitsnotiz aussehen könnte:

Vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich bin vom xx.yy. bis xx.yy.zz nicht erreichbar und habe in dieser Zeit keinen Zugriff auf meine E-Mails. Ihre Nachricht wird nicht automatisch weitergeleitet. In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an meine Kollegin Erika Mustermann, die Sie per E-Mail unter erika.mustermann@musterag.com oder per Telefon unter der Nummer xxxxx, erreichen. Ab dem xx.yy.zz bin ich wieder gerne für Sie da. Ich danke für Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen

Signatur

So, und jetzt können Sie getrost Ihren Urlaub genießen.

[Bildnachweis: docstockmedia, Lichtmeister by Shutterstock.com]

König Kunde? 33 Ausnahmen, die die Regel bestätigen

Geschrieben am: 17-04-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

BlueSkyImage / shutterstock.comDer Kunde ist König, hat immer Recht und sollte zuvorkommend behandelt werden – so weit zumindest zur Theorie. Viele Unternehmen geben an Ihre Kundendienst- und Supportmitarbeiter die Losung aus, dass die Wünsche der Kunden möglichst erfüllt werden und Fragen zeitnah beantwortet werden sollen. Gute Firmen nehmen teilweise spürbaren Aufwand in Kauf, um Kundenwünschen nachzukommen und auch ausgefallene Bedürfnisse zu befriedigen. In der Regel zahlt sich solcher Aufwand in Form guter Kundenbeziehungen und zufriedener Kunden aus, die schlussendlich die Grundlage für jedes Geschäftsmodell darstellen. Doch keine Regel ist ohne Ausnahme und so gibt es Kunden, deren Verhalten dem Faß wirklich den Boden ausschlägt und die Losung vom König Kunde auf eine harte Probe stellen.

Kunden aus der Hölle: Nicht nur Freelancer leiden darunter

Oft wird bei diesem Thema so getan, als wären unangenehme Kunden nur für Freelancer ein Problem und würden im Kundendienst von Unternehmen praktisch keine Rolle spielen. Die Praxis sieht hier jedoch völlig anders aus und anstrengende Kunden sind auch für Supportmitarbeiter und Unternehmen ein echtes Problem. Genau gesagt können sie es sein oder werden, wenn intern keine Prozesse, Guidelines und Vorkehrungen vorhanden sind, um mit solchen Kunden umzugehen und unverschämte und übertriebene Anfragen effektiv aufzufangen.

Diese Voraussetzungen sind jedoch bei erstaunlich wenigen Unternehmen erfüllt und so ist es keine Seltenheit, dass Supportmitarbeiter bei den ersten unangenehmen Kunden weitgehend auf sich gestellt sind und entsprechende Prozesse erst im Nachhinein entwickelt werden. Damit Ihnen das nicht passiert, können Ihnen die folgenden Fragen bei der Vorbereitung auf solch unangenehmen Kunden helfen:

  • An wen können sich Mitarbeiter mit übertriebenen Kundenanfragen und -wünschen wenden?
  • Wie können Mitarbeiter zwischen legitimen und übertriebenen Kundenwünschen unterscheiden?
  • Wie sieht die erste Reaktion gegenüber dem Kunden aus?
  • Wo können Mitarbeiter entsprechende Kundenanfragen dokumentieren?
  • Wie sieht der Antwortweg intern und extern aus?

Beantworten Sie diese Fragen ernsthaft, werden Sie ganz automatisch Prozesse und Wege finden, um mit übertriebenen Kundenanfragen umzugehen. Bleibt noch die Frage, wie solche Kunden aussehen können. Wir haben da 33 Beispiele zusammengestellt, die unserer Erfahrung nach ein große Bandbreite der Praxisfälle abdecken.

Natürlich haben wir hier und da ein klein wenig überzeichnet, etwas Humor sollten Sie beim Lesen der folgenden Liste also mitbringen. Dennoch sind manche – auch übertrieben wirkende – Beispiele leider sehr nah an der Realität. Die Zitate und Beispiele dürften unserer Meinung nach sowohl Supportmitarbeitern als auch Freiberuflern bekannt vorkommen. Natürlich freuen wir uns über Ihre Beispiele und Ergänzungen – bitte immer mit Anonymisierung der Kunden – in den Kommentaren.

Mehr zum Thema

Weiterführende Artikel finden Sie hier:

33 Kunden aus der Hölle, die die Regel bestätigen

  1. “By the way, unsere Deadline hat sich verschoben. Statt in zwei Wochen brauchen wir die Unterlagen doch schon übermorgen. Danke Ihnen.” – Okay, Flexibilität ist für Dienstleister und die meisten Unternehmen sicherlich kein Fremdwort. Doch wenn Deadlines um zwei Wochen vorverlegt werden und diese Information mal eben so am Rand übermittelt wird, läuft definitiv etwas falsch. Solche Kunden verwechseln König mit Alleinherrscher.
  2. “Ihr Konzept ist super, nur die Kosten sind uns viel zu hoch. Wir setzen das dann eher selbst um.” – Autsch, Ihr Kunde hat Ihnen gerade mehr oder weniger direkt gesagt, dass er Ihre Ideen klauen und umsetzen will. In diesem Fall sollten Sie Ihm zumindest das Konzept in Rechnung stellen und auf Bezahlung bestehen. Den entsprechenden Passus müssen Sie natürlich im Vertrag stehen haben.
  3. “Ach wissen Sie, das klingt alles gut, aber wir haben uns da eine neue Richtung überlegt. Sie können das doch ohne Mehrkosten anpassen, oder?” – Anders formuliert: Ihre bisherige Arbeit war für die Katz und Sie dürfen von vorne anfangen – ohne Mehrkosten, versteht sich. Mit solchen Kunden sollten Sie dringend über das Thema “Wertschätzung von Leistung” sprechen.
  4. “Ich nutze Ihren Dienst seit kurzem intensiv. Können Sie mir mal eben kurz beim Anpassen helfen?” – Zugegeben, diese Anfrage kann völlig harmlos sein. Kann, muss aber nicht. Oft wartet hinter solch scheinbar kleinen Fragen ein stundenlanger Beratungsprozess, in dem ein Dienst optimal individualisiert werden soll. Der jeweilige Kunde spart sich dann die “Mühe”, die Dokumentation zu lesen. Haben Sie solche anfragen häufiger, sollten Sie die Beratung vielleicht als kostenpflichtige Dienstleistung anbieten.
  5. “Wir haben da schon eine klare Vorstellung aber machen Sie erst mal. Vielleicht überraschen Sie uns ja mit neuen Ideen.” – Bei solchen Aussagen sollten all Ihre Alarmglocken schrillen! Entweder der Kunde weiß nicht was er möchte und will das nicht zugeben- Dann liefern Sie kostenlose Ideen. Oder er weiß was er will. Dann können Sie fast nur daneben liegen und machen sich unnötige Arbeit. Fragen Sie hier unbedingt Details ab, bevor Sie starten.
  6. “Neues zu wagen liegt einfach in der DNA unseres Unternehmens. Dazu brauchen wir die richtigen Partner.” – Wow, was für eine gewaltige Chance. Eine Frage sei dennoch erlaubt: Können Sie überprüfen, ob der so innovative Kunde weiß, was er da tut oder von Ihnen will?
  7. “Bei der Suche nach günstigen Anbietern sind wir auf Sie gestoßen. Sie machen uns doch einen Sonderpreis?” – Was unverschämt klingt ist in manchen Branchen inzwischen leider üblich. Im besten Fall können Sie solche Anfragen höflich aber bestimmt abblitzen lassen. Ist das nicht möglich, sollten Sie von Anfang klare Grenzen ziehen und Erwartungsmanagement betreiben.
  8. “Sie wurden uns wärmstens empfohlen. Wir sind uns sicher, dass Sie uns endlich weiterhelfen können.” – Moment, so toll das auch klingen mag stellen sich hier doch zwei Fragen. Erstens: Wer hat Sie wärmsten empfohlen? Und zweitens: Was bedeutet “endlich weiterhelfen”? Wie viele Unternehmen wurden denn schon angefragt?
  9. “Nein das entspricht nicht unseren Vorstellungen, wir wollten das anders haben. Das haben wir im Briefing auch gemeint.” – Äh, Sekunde mal. “Im Briefing gemeint” bedeutet meist, dass es dort missverständlich formuliert oder gleich ganz vergessen wurde. Wenn Ihr Kunde jetzt Ihnen den schwarzen Peter zuschiebt – und das vermutlich auch finanziell geltend machen will – sollten Sie sich dringend Gedanken über die Zusammenarbeit machen.
  10. “Wir haben jetzt schon mit mehreren Firmen daran gearbeitet. Sie sind wirklich unsere letzte Hoffnung.” – So schmeichelhaft das auch sein mag, sollten Sie hier doch auf der Hut sein. Es dürfte gute Gründe dafür geben, dass die anderen Unternehmen die Erwartungen nicht erfüllen konnten oder ausgestiegen sind. Hier sollten Sie im Vorfeld prüfen, ob Ihnen ein ähnliches Schicksal blüht.
  11. “Warum brauchen Sie denn von uns Anforderungen und Input? Wir bezahlen Sie doch dafür, sich Gedanken zu machen, oder?” – Okay, das mag naiv klingen, doch diese Haltung ist leider weit verbreitet. Wenn Kunden partout nicht einsehen wollen, dass sie sich in manche Prozesse einbringen müssen, sollten Sie sich überlegen, wie Sie die Zusammenarbeit zeitnah beenden können.
  12. “Und Sie garantieren uns den Erfolg des Projektes, korrekt?” – Klingt nach Fangfrage, kann aber ernst gemeint sein. Bei manchen Kunden ist das Sicherheitsbedürfnis enorm hoch. Doch Garantien gibt es in den meisten Branchen nicht und wenn Sie hier nicht von Anfang an Erwartungsmanagement betreiben, sehen Sie sich irgendwann mit heftigen Vorwürfen konfrontiert.
  13. “Das meiste können wir selbst abdecken, vermutlich brauchen wir von Ihnen nur ein wenig Unterstützung.” – Kann so stimmen und problemlos ablaufen. Kann sich jedoch auch zu einem Albtraum entwickeln, wenn aus “ein wenig Unterstützung” umfassende Forderungen werden, die im Budget nicht abgedeckt sind. Auch hier gilt: Gehen Sie auf Nummer sicher und fragen Sie im Vorfeld detailliert nach.
  14. “Wir vertrauen Ihnen da voll und ganz. Es versteht sich von selbst, dass Sie jeden Schritt mit uns abstimmen und freigeben lassen, oder?” – Klingt irgendwie nicht ganz überzeugend. Solche Aussagen sollten für Sie ein klares Zeichen für ein übertriebenes Kontrollbedürfnis sein. Und das wird Ihnen das Leben und die Zusammenarbeit während des Projekts vermutlich schwer machen.
  15. “Super Ansatz, wir haben da nur noch einige Zusatzideen, die Sie bitte einbauen sollten.” – Natürlich kann es sich nur um Kleinigkeiten handeln, die sich problemlos integrieren lassen. Kann, muss aber nicht. Oft folgen auf solche Aussagen umfangreiche Listen mit Ergänzungen und Wünschen, die Ihr Konzept komplett auf den Kopf stellen. Hier sollten Sie klar kommunizieren, was möglich ist und was nicht.
  16. “Geld spielt überhaupt keine Rolle, wichtig ist nur, dass das Projekt ein Erfolg wird.” – Zwei Fragen sollten sich Ihnen hier sofort stellen. Erstens: Wie sieht das Budget konkret aus? Zweitens: Wie wird der Erfolg gemessen? Gibt es auf beide Fragen keine klare Antwort, können Sie sich den möglichen Projektverlauf vorstellen.
  17. “Was soll das heißen, Sie sind am Wochenende nicht erreichbar? Verstehen Sie das etwa unter Service?” – Gut, in einige Branchen oder als Service-Anbieter mag die Empörung gerechtfertigt sein. In allen anderen Bereichen dürfte klar sein, dass sich die Erwartungen des Kunden hier nicht mit der Realität decken.
  18. “Bekommen Sie das nicht günstiger hin? Unser Budget liegt deutlich darunter und wir wollen es nicht aufstocken.” – Auf solche Spielchen und Verhandlungen sollten Sie sich gar nicht erst einlassen. Wenn Sie einmal damit beginnen, öffnen Sie solchen Anfragen Tür und Tor und werten die Leistung Ihrer Mitarbeiter ab.
  19. “Die Erstberatung ist bei Ihnen doch sicherlich kostenlos, oder?” – Grundsätzlich ist die Frage legitim – wenn es denn eine wäre. Doch so formuliert handelt es sich eher um eine rhetorische Frage, der Kunde geht also davon aus, dass Sie erstmal kostenlos für ihn arbeiten. Zieht sich diese Haltung durch, haben Sie noch viele Konflikte mit dem Kunden vor sich.
  20. “Das haben Sie doch in zehn Minuten erledigt. Für Ihre Mitarbeiter ist das doch garantiert eine Kleinigkeit.” – Anders formuliert: Das darf eigentlich gar nichts kosten, solche Kleinigkeiten machen Sie doch aus Kulanz. Hier sollten Sie erstmal deutlich machen, wie viel Arbeit die “Kleinigkeit” wirklich erfordert.
  21. “Das Material liefern wir dann schon, Ihre Leute müssen es dann nur noch nutzen.” – Autsch, hier ist höchste Vorsicht geboten. Erstens will der Kunde so vermutlich den Preis drücken. Und zweitens haben Sie keinerlei Einfluss darauf, ob das gelieferte Material wirklich brauchbar ist. Wenn Sie sich darauf einlassen, sind Konflikte vorprogrammiert.
  22. “Ich zweifle nicht an der Kompetenz Ihrer Mitarbeiter, doch in einem Artikel stand das vor kurzem anders.” – Juchu, endlich ein Kunde der sich informiert und selbst ins Thema einliest. Ernsthaft: Natürlich sollten Sie auf die Bedenken eingehen. Um dem Kunden jedoch klar zu machen, dass seine Quellen nicht ganz korrekt sind, ist viel Fingerspitzengefühl gefragt.
  23. “Wir wissen genau was wir wollen, können es Ihnen jedoch nicht beschreiben.” – Bedeutet konkret: Sie arbeiten erstmal ins Blaue hinein und hoffen darauf, dass es irgendwie funktioniert. Nicht gerade die beste aller Ideen.
  24. “Natürlich bezahlen wir für gute Leistung auch gutes Geld, keine Frage.” – Wunderbar, dann ist es ja sicherlich kein Problem, gleich zu Beginn zu definieren, wie gute Arbeit aussieht und welches Budget sich der Kunde vorstellt. Gelingt das nicht, sollten Sie von einer Zusammenarbeit vielleicht absehen.
  25. “Ihre Konkurrenz hat uns das aber günstiger angeboten.” – Äh okay, danke für das Gespräch. Ernsthaft: Wenn ein Kunde bereits zu Beginn zu impliziten Erpressungen und Drohungen greift, sollten Sie sich schleunigst distanzieren. Es sei denn, Sie wollen noch mehr davon hören. Dann sind Sie mit diesem Kunden hervorragend bedient.
  26. “Glauben Sie nicht alles, was Sie über unser Unternehmen hören. Da sind viele Lügen dabei.” – Bitte was? Wenn ein potenzieller Kunde so beginnt ist es um seinen Ruf nicht weit her. Und das vermutlich aus gutem Grund. Vorwärtsverteidigung ist oft kein allzu gutes Zeichen.
  27. “Wir erhoffen uns von dem neuen Produkt viel. Das Projekt muss ein Erfolg werden!” – Hier gilt nur ein einziges Wort: Erwartungsmanagement. Wenn Sie hier nicht von Anfang für realistische Erwartungen sorgen, geht das Projekt ziemlich sicher schief.
  28. “Wir suchen ständig nach neuen Wegen und Kooperationspartnern. Sie sind eine unserer Optionen.” – Kann eine echte Chance sein und Ihr Unternehmen weiterbringen. Es kann sich aber auch um ein Strohfeuer handeln, denn Sie wissen nie genau, wie lange die Halbwertszeit neuer Kooperationspartner ist. Und wie viel Aufwand Sie möglicherweise sinnlos hineinstecken.
  29. “Das muss jetzt wirklich schnell gehen. Am besten ist das Ganze morgen fertig.” – Zugegeben, eine solche Ansage muss kein Problem darstellen – es sein denn, sie wird zur Regel. Dann sollten Sie dringend über realistische Deadlines und Zeitpläne sprechen.
  30. “Wissen Sie, mit Plänen haben wir es nicht so. Wir sind echte Macher.” – Wow, echte Macher. Klingt toll, oder? Eine Frage sollten Sie sich dennoch erlauben: Projektplanung ist für den Kunden kein Fremdwort und es gibt einen Arbeits- und Budgetplan? Richtig?
  31. “Wir wollen uns damit neue Geschäftsfelder erschließen. Eine wirklich spannende Chance.” – Kann ja sein, doch “neue Geschäftsfelder” bedeutet oft auch “keine Erfahrung” im fraglichen Bereich. Sicher kann der Einstieg ein gute Idee sein, doch hier sollten Sie noch mal genau klären, was von Ihnen erwartet wird.
  32. “Wir sind seit Jahren Kunde bei Ihnen, da können Sie doch mal eine Ausnahme machen.” – Ganz gefährliches Glatteis! Lassen Sie sich einmal darauf ein, können alle Dämme brechen und diese Ausnahmen zur Regel werden. Klare Grenzen sind hier Ihre einzige Chance.
  33. “Wir wissen das es unrealistisch ist, aber irgendwie muss da doch gehen.” – Das Vertrauen Ihres Kunden in Ihre Mitarbeiter und Fähigkeiten ehrt Sie vermutlich, dennoch sollten Sie deutlich machen, wo die Grenzen des Machbaren liegen. Manche Dinge sind einfach nicht möglich.

14 Psychotricks für mehr Trinkgeld

Geschrieben am: 16-04-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

Golden Pixels LLC/ShutterstockTrinkgeld zu geben, ist nicht nur höflich – in vielen Serviceberufen wird das Extrageld im Gehalt mit einkalkuliert. Das heißt: Das Grundgehalt ist niedrig, sodass ein geringer oder gar kein Tip sich am Monatsende in der Kasse des Service-Personals deutlich bemerkbar macht. Ob man nun Trinkgeld, Tip, Service Charge, Schmattes, Pourboire, Bakschisch oder Mancia dazu sagt, ist egal – Hauptsache, Sie geben überhaupt etwas. Allerdings – und das dürfte viele Studenten im klassischsten aller Studentenjobs interessieren – lässt sich die Höhe des Trinkgeldes mit ein paar psychologischen Tricks steigern

10 Prozent Trinkgeld sind üblich

CandyBox Images/Shutterstock.comWas die Höhe des Tringeldes anbelangt, variieren die Sitten in Europa teils erheblich: Je weiter man in den Süden kommt, desto mehr Trinkgeld wird erwartet. Allerdings ist der Tip in einigen Rechnungen bereits enthalten (zum Beispiel in Portugal oder Belgien), sodass man hier allenfalls noch aufrunden kann, wenn man mit dem Service besonders zufrieden war.

Als Faustregel für Europa gilt: Mit zehn bis 15 Prozent Aufschlag macht man nichts verkehrt – außer vielleicht in Italien, wo Trinkgelder eher unüblich sind sowie in Großbritannien wo man im Pub allenfalls den Rechnungsbetrag auf eine glatte Zahl aufrundet.

14 Tipps für mehr Trinkgeld

Michael Lynn ist nicht nur Professor an der Cornell Universität, sondern auch ein ausgewiesener Trinkgeld-Experte. Er erforscht schon eine ganze Weile Tipps und Tricks, ob und wie sich die Höhe der monetären Dreingaben beeinflussen beziehungsweise erhöhen lässt (PDF). Und tatsächlich: Es geht!

Natürlich ist die Service-Qualität die wichtigste Voraussetzung. Ein Kellner, der nicht kommt, muffelig ist oder die falsche Bestellung liefert, darf nicht unbedingt auf einen hohen Tip hoffen. Ist der Service aber so, wie er sein soll, lässt sich das Trinkgeld noch einmal steigern, zum Teil sogar ganz ordentlich – mit diesen simplen psychologischen Methoden…

Methode Steigert Trickgeld um
Lächeln 140%
Den Gast kurz berühren (z.B. an der Schulter) 42%
Den Gast mit Namen ansprechen 10%
Sich selbst mit Namen vorstellen 53%
Einen kurzen Witz erzählen 40%
Die Bestellung wiederholen 50%
“Dankeschön” auf die Rechnung schreiben 13%
Ein Smiley auf die Rechnung zeichnen 18%
Eine Sonne auf die Rechnung malen 37%
Gutes Wetter voraussagen 18%
In der Nähe des Tisches bleiben (Kellnerin) 25%
In der Nähe des Tisches bleiben (Kellner) 20%
Zu Beginn ein kleines Puzzle/Spiel schenken 18%
Zur Rechnung ein Bonbon/Schokolade geben 21%
[Quellen: Alltagsforschung, BusinessInsider]

Ob die Trinkgeld-Tricks auch bei Ihnen funktionieren? Probieren Sie es aus – schaden kann es jedenfalls nicht!

[Bildnachweis: CandyBox Images, MNStudio by Shutterstock.com]

So ist’s Recht: Urteile aus dem Arbeitsrecht

Geschrieben am: 16-04-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

Grolls Arbeitsrechtskolumne

kuzma/123rfPeter Groll ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in Frankfurt. Für die Karrierebibel analysiert und kommentiert er regelmäßig wichtige und aktuelle Urteile aus dem deutschen Arbeitsrecht. So bleiben Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Fach- und Führungskräfte stets über ihre Rechte und rechtliche Fallstricke informiert.

Freie Mitarbeit bei Erotik-Hotline ist sozialversicherungspflichtig

Az.: L 11 R 3323/12 Viele sogenannte „freie Mitarbeiter“ sind gar nicht frei, sondern sozial abhängig Beschäftigte. Für diese Scheinselbständigen müssen Sozialabgaben und Steuern abgeführt werden, weil sie wie ein Arbeitnehmer weisungsabhängig arbeiten. Das galt auch für die Mitarbeiterin einer Erotik-Hotline aus Mannheim: Zum Aufgabengebiet der 59-jährigen „Telefon Operatorin“ gehörten Flirtgespräche, Telefonsex und Partnervermittlung. Sie arbeitete von zu Hause aus, musste ihre Arbeitszeiten aber im Voraus in einen Online-Stundenplan der Hotline eintragen. Die Dame stellte dann der Hotline eine monatliche Rechnung, nach einer Vergütungstabelle des Betreibers je nach Dauer der geführten Telefongespräche. Für besonders lange Telefonate gab es zusätzliche Boni. Auf Antrag der Dame stellten der Rentenversicherungsträger und später auch das Landessozialgericht Baden-Württemberg fest, dass ihre Tätigkeit eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist. Die Mitarbeiterin sei schon bei der Gestaltung ihrer Arbeitszeit nicht völlig frei gewesen, sondern habe sich an den Online-Dienstplan halten müssen. Die Einhaltung wurde vom Betreiber kontrolliert und für Verstöße Strafen angedroht. Ferner habe der Hotline-Betreiber ihre Tätigkeit durch eine Vielzahl von Einzelanweisungen gesteuert und kontrolliert und ihr sogar während der Telefonate Vorgaben gegeben, welche Sätze sie zu den Kunden zu sagen habe.

Krankenschwester muss keine Nachtschichten machen

Az.: 10 AZR 637/13 Viele Berufe sind anstrengend, vor allem wenn die Arbeitszeiten vom Normalfall abweichen. Davon können Krankenschwestern ein Lied singen. Ein solcher Fall landete nun auch vor dem Bundesarbeitsgericht: Nach 30 Dienstjahren war die Krankenschwester gesundheitlich so angeschlagen, dass der Arzt ihr ausdrücklich die Arbeit in der Nachtschicht verbot, zumal sie medikamentös behandelt wurde. Das Krankenhaus sah das nicht ein, schließlich war im Arbeitsvertrag ausdrücklich vereinbart, dass auch nachts und am Wochenende gearbeitet werden muss. Die Krankenschwester erkrankte daraufhin dauerhaft und erhielt zunächst Entgeltfortzahlung, später Krankengeld. Sie zog vor Gericht und erzielte einen Erfolg: Die Richter schrieben dem Krankenhaus ins Stammbuch, dass er die Mitarbeiterin entsprechend ihrem Krankheitsbild nur tagsüber hätte einsetzen dürfen. Das BAG verurteilte den Arbeitgeber daher zur Nachzahlung des gesamten Gehalts, weil die Angestellte grundsätzlich alle Tätigkeiten einer Krankenschwester übernehmen konnte, nur eben keine Nachtdienste.

Keine Hinweispflicht des Arbeitgebers auf Entgeltumwandlung

Az.: 3 AZR 807/11 Der Arbeitnehmer wollte sich ein bisschen Geld für die Rente nach Ende seines Arbeitsvertrages von der alten Firma holen: Er warf dem ehemaligen Arbeitgeber vor, dass er von diesem nicht auf die Möglichkeit der Entgeltumwandlung hingewiesen worden sei. Hätte er davon gewusst, hätte er von seinem Gehalt monatlich 215 Euro in die betriebliche Altersversorgung in Form einer Direktversicherung umgewandelt. Sein Schaden belaufe sich mittlerweile auf über 14.000 Euro. Die Schadenersatzklage wurde vom Bundesarbeitsgericht in letzter Instanz jedoch abgewiesen. Der Arbeitgeber habe sich nicht falsch verhalten. Der Arbeitnehmer hat zwar grundsätzlich einen Anspruch auf Entgeltumwandlung nach § 1a Abs. 1 Satz 1 BetrAVG. Der Arbeitgeber muss also eine betriebliche Altersversorgung anbieten. Der Arbeitgeber sei aber mangels einer entsprechenden Aufklärungspflicht nicht verpflichtet, den Arbeitnehmer von sich aus auf diesen Anspruch hinzuweisen.

Karrieretipps von Promis: Seien Sie unbequem

Geschrieben am: 16-04-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

ollyy/shutterstock.comEs gibt Menschen, die aalglatt durchs Leben gleiten und nie anecken. Sie geben sehr viel auf die Meinung anderer und wollen es am liebsten immer allen recht machen. Doch bereits Platon erkannte, dass diese Einstellung ein Fehler ist. Er soll gesagt haben: “Ich kenne keinen sicheren Weg zum Erfolg, aber einen sicheren Weg zum Misserfolg – es allen recht machen zu wollen.” Die umstrittene Manager-Legende Utz Claassen lebt vermutlich nach diesem Prinzip, ist dabei aber auch nicht ganz unerfolgreich. Auf jeden Fall eckt er an – und findet das völlig legitim. In seinem Buch “Unbequem” rechtfertigt Claassen diesen Stil und gibt dazu Anregungen, anderen öfter auf die Füße zu treten…

Der Esel, der Vater und der Sohn

Kennen Sie das orientalische Märchen über den Esel, den Vater und den Sohn? Falls nicht, hier eine Zusammenfassung:

Ein Vater zog mit seinem Sohn und einem Esel in der Mittagshitze durch die staubigen Gassen einer Stadt. Der Sohn führte und der Vater saß auf dem Esel. Vorbeigehende störten sich an diesem Anblick und konnten nicht verstehen, wieso ausgerechnet der Sohn den Esel führte. Er sei doch noch so klein und es wäre viel gerechter, wenn der Vater den Esel führen würde.

Der Vater nahm sich dies zu Herzen und ließ den Jungen auf dem Esel reiten. Kaum hatten die beiden die Plätze getauscht, beschwerte sich abermals eine vorbeigehende Person. Sie hielt es für eine Unverschämtheit, dass der junge, kräftige Sohn seinen armen alten Vater den Esel führen ließ.

Nun nahmen Vater und Sohn auf dem Esel Platz. Kaum dass sie saßen, hielten es die Umstehenden für Tierquälerei, zwei Personen auf einen Esel zu setzen. Der arme Esel!

Aus schlechten Gewissen stiegen die beiden ab und liefen nun neben dem Esel her. Dafür wurden sich ausgelacht, denn nun hielt man sie für blöd, weil sie die Erleichterung durch den Esel nicht nutzten.

Der Vater sah seinen Sohn an und sagte: “Egal, was wir machen, es gibt immer jemanden, der damit nicht einverstanden ist. Ab jetzt tun wir das, was wir selber für richtig halten!” Der Sohn nickte zustimmend.

Das Märchen von Nossrat Peseschkian verdeutlicht, dass egal, wie man etwas macht, nie alle zufrieden sein werden. Folglich sollte man erst gar nicht versuchen, es allen recht zu machen, sondern das zu tun, was man selbst für richtig hält.

Oder anders formuliert: Diplomatie ist nicht immer der beste Weg.

Der Rambo-Manager

Kaum einer verkörpert das besser als Utz Claassen. Die Medien nannten ihn den “Rambo unter Deutschlands Managern”. Er selbst sagt über sich: “Ich bin ein Jungle-Fighter”.

Von seiner Mutter habe er gelernt, was wichtig sei im Leben: Ehrlichkeit, Redlichkeit und Höflichkeit, aber auch Durchsetzungsvermögen. Und Durchsetzungsvermögen hat der Hannoveraner reichlich: Bereits in jungen Jahren legte er eine steile Karriere hin.

Sein Abitur absolvierte Utz Claassen mit 17 Jahren und erzielte einen Notendurchschnitt von 0,7. Er studierte in Hannover und Oxford und begann seine Karriere in der Unternehmensberatung bei McKinsey. Er sanierte Seat, das Tochter-Unternehmen von VW, und war Topmanager des Energiekonzerns EnBW. Sein Abschied von EnBW endete allerdings vor Gericht. Beim Solarunternehmen Solar Millennium hielt er es nur 74 Tage aus.

Utz Claassen war in seinen Positionen nie Everybody’s Darling, vor Konfrontationen schreckte er nicht zurück. Mancher Weggefährte weiß seine Stärken zu loben, mindestens ebenso viele kritisieren ihn aber auch mit gleicher Verve und Vehemenz. Diese unbeugsame Art stilisiert er in seinem Buch zum Geheimnis für seinen Erfolg. Das kann man ihm glauben – oder für öffentlichkeitswirksame Image-Kosmetik halten. Nachdenkenswert und diskussionswürdig sind seine Thesen aber allemal…

Tipps vom Top-Manager

ollyy/shutterstock.comSein Buch sei “ein Plädoyer gegen das Weichgespülte, gegen die Weichgespülten und gegen die Weichspülenden”, sagt Claassen gegenüber dem Tagesspiegel. Steile These – und natürlich auch wieder herrlich unbequem. Und so geht es dann auch weiter im Buch: Neben Einblicken in die Chefetagen von führenden Unternehmen gibt Claassen ein paar handfeste Karrieretipps und -thesen zum Besten. Genau genommen sind die allerdings gar nicht so abwegig, manche klingen sogar recht konform und offenbaren vielmehr einen ausgeprägten Kampfgeist und permanentes Konkurrenzdenken:

  • Lassen Sie sich nicht von Angst lähmen. Haben Sie keine Furcht, Top-Leistungen zu zeigen. Claassen hält es für eine Sache von Respekt seinem Gegenüber stets die beste Leistung entgegenzustellen. Auch innerhalb des Unternehmens: Den Chef beispielsweise bei einem firmeninternen Fußballturnier gewinnen zu lassen, nur weil er der Vorgesetzte ist, sei eine Beleidigung.
  • Hinterfragen Sie alles. Nehmen Sie nichts als gegeben hin, bloß weil es schon immer so war. Neue Perspektiven und anders denkende Menschen sind wichtig für die Lösung komplexer Probleme. Werden Sie zum Querdenker.
  • Fordern Sie sich selbst heraus. Begehen Sie nicht den Fehler, sich auf Ihren Erfolgen auszuruhen. Nur wer sich immer wieder vor neue Herausforderung stellt, kann seine Position an der Spitze halten. Hinterfragen Sie Ihre Ziele immer wieder und gehen Sie neue Wege.
  • Seien Sie unbestechlich. Denken Sie bei allem, was Sie tun, an die Konsequenzen. Verschleiern Sie keine Einnahmen, tricksen Sie nicht mit den Spesen und begeben sich nicht in fragwürdige Situationen. Jede Lüge holt Sie irgendwann wieder ein. Versuchen Sie weitestgehend eine weiße Weste zu behalten, damit es Ihnen nicht ergehe, wie dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff.
  • Bewahren Sie sich Ihre Individualität. Behalten Sie Ihren eigenen Kopf. Wenn man für ein großes Unternehmen tätig ist, wird man schnell Teil der Struktur und Prozesse. Das birgt aber die Gefahr, sich vereinnahmen zu lassen. Die Überanpassung von Individuen hemmt die Innovation im Unternehmen.
  • Geben Sie niemals auf. Weitermachen lohnt sich, auch wenn die Situation schwierig und aussichtslos erscheint. Wer sich mit Herzblut für eine Sache einsetzt, sollte auch bis zum Schluss dabei bleiben.
  • Geben Sie nicht zu viel auf die Meinung anderer. Claassen selbst habe sich nie von den Medien und der breiten Masse unter Druck setzen lassen. Er wisse, dass jeder Skandal irgendwann abebbt. Manchmal müsse man unangenehme Situationen einfach aussitzen. Also: Ändern Sie nicht vorschnell Ihr Verhalten oder Ihre Meinung, weil Sie nicht der, der breiten Masse entspricht.

Keine Frage, ein entspanntes und bequemes Berufsleben klingt anders. Und mit derlei Attitüden wird man sich nur wenige Freunde machen und umso öfter anecken. Allerdings werden Duckmäuser und Schleimer auch praktisch nie Top-Manager. Biss und eine gesunde Portion Durchsetzungsvermögen sind essenziell für die Karriere. Ob überhaupt ein Aufstieg ohne anzuecken gelingt?

Was meinen Sie?

[Bildnachweis: ollyy, ollyy by Shutterstock.com]

Optische Täuschung: Wir sehen die Dinge, wie wir sie sehen wollen

Geschrieben am: 16-04-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

Optische Illusion
Kennen Sie schon diese optische Täuschung? Ob Sie es glauben oder nicht: Alle vier Rechtecke wandern die ganze Zeit gleichzeitig und völlig parallel über die schwarzen Linien. Der Grund, warum wir meinen, das es anders ist: Unser Auge kann die dunkelblauen Flächen weniger gut und schnell vor dem schwarzen Hintergrund abgrenzen. Schon erscheinen Ihren Bewegungen verzögert. Das ist aber nicht die einzige Illusion, mit der sich unsere Augen täuschen lassen…

10 optische Täuschungen zum Staunen

Manchmal, wenn man einige Tage Segeln war und viel Zeit auf dem bewegten Wasser verbracht hat, erlebt man zurück im Hafen eine seltsame optische Täuschung:

Das Boot nähert sich dem Steg, man legt den Bootshaken aus, um das Schiff in seine endgültige Position zu bringen. Doch haben die Heimkehrer an Bord dann das Gefühl, sie würden den Steg und das Land an sich heranziehen. Dabei ist es umgekehrt: Das Land ist fix, nur wir selbst nähern uns an.

Etwas Ähnliches lässt sich zuweilen auch im Bahnhof erleben: Wenn man zum Fenster aus seinem stehenden Zug herausblickt und ein anderer Zug auf dem Nachbargleis einfährt, sieht es für einen Moment so aus, als würde man selbst losfahren. Dabei ist auch das nur eine Illusion.

So wie die folgenden 10 optischen Täuschungen zum Staunen…

Das Wackellabyrinth

Versuchen Sie nicht, den Weg durch dieses Labyrinth zu finden – Ihre Augen werden nur noch mehr flimmern! Obwohl es sich bei diesem Bild um kein animiertes GIF wie oben handelt, scheint das Labyrinth ständig in Bewegung zu sein. Diese Flimmern basiert allerdings allein auf den starken Farbkontrasten.

Der Koffka-Ring

Von Kurt Koffka, einem deutschen Psychologen, stammt der sogenannte Koffka-Ring. Auch diese Illusion basiert im Wesentlichen auf einem Kontrasteffekt. Obwohl der Ring in der Mitte einfarbig ist, wirkt er vor einem anderen Hintergrund mal heller, mal dunkler. Drücken Sie den Play-Button, um die Animation zu starten.

Blau ist Blau

Eine Art Invertierung des Koffka-Rings stellt die folgende Illusion dar. Hier sind es vier unterschiedlich blaue Flächen. Legt man jedoch einen Stock als Trennlinie zwischen zwei Flächen, sieht es so aus, als hätten die benachbarten Farben denselben Blauton.

Die dominante Farbe

Wenn Sie das folgende Bild betrachten, sehen Sie eine Reihe von Pfeilen, die alle in dieselbe Richtung zeigen. Aber in welche? Das kommt ganz darauf an, was Ihre dominante Farbe ist. Die einen sehen zuerst gelbe Pfeile, die nach links zeigen; die anderen sehen zuerst grüne Pfeile, die nach rechts zeigen. Wie steht es bei Ihnen?

Der Schiefe-Linien-Effekt

Diese optische Täuschung verblüfft immer wieder – und lässt sich leicht nachbasteln. Obwohl es sich letztlich um ein klassisches Schachbrettmuster handeln, wirken die Quadrat schief, wenn man die einzelnen Reihen verschiebt.

Das unmögliche Lego-Konstrukt

Zugegeben, das Modell erinnert ein bisschen an die Bilder und Skulpturen von Maurits Cornelis Escher. Der stand dafür auch sicher Pate. Diese unmöglichen Perspektive-Verschiebungen lassen sich aber offensichtlich auch mit Spielzeug aus Dänemark erzeugen. So, und jetzt versuchen Sie das zuhause nachzubauen…

Der falsche 3D-Würfel

Sie denken, Sie sehen einen sehr lebhaften, dreidimensionalen Würfel? Sie denken falsch. Tatsächlich handelt sich dabei um eine hohle Attrappe. Weil sich aber Licht und Schatten darin ähnlich verhalten wie bei einem richtigen Würfel, erkennen wir die Täuschung zunächst nicht.

Optische-Täuschung-Würfel

Die aufwärts rollenden Kugeln

Dasselbe Prinzip wie beim Vorgängereffekt macht sich auch die nächste Illusion zunutze: Die Kugeln scheinen sich der Schwerkraft zu widersetzen und aufwärts zu rollen. Aber kann das sein? Natürlich nicht! Der Trick gelingt nur aus einer Perspektive, in Wahrheit rollen auch sie nach unten. Nur ist das Modell dem Blickwinkel der Kamera angepasst.

Optische-Täuschung-Kugeln

Die irreführende Perspektive

Auch diese Illusion spielt mit Perspektiven, indem sie zweidimensionale Flächen so lange optisch verzerrt, bis der Eindruck entsteht, es handele sich um ein dreidimensionales Objekt. Das ganze Video dazu gibt es HIER.

Optische-Täuschung-Perspektive

Die falsche Animation

Was Sie hier sehen, ist letztlich die moderne Variante eines sogenannten Phenakistiskop. Dieser Augentäuscher wurde schon in den 1830er Jahren durch den belgischen Physiker Joseph Antoine Ferdinand Plateau entwickelt. 1833 wurden die ersten Modelle des Phenakistiskop in London als Unterhaltungsmedium gezeigt: Damals waren es drehbare Scheiben, in denen Zeichnungen von Bewegungsphasen kreisförmig angeordnet wurden. Zwischen den Zeichnungen befanden sich Schlitze. Wurde die Scheibe in Drehung versetzt und blickte der Betrachter von hinten durch die Schlitze auf die in einem Spiegel sichtbaren Zeichnungen, sah es so aus, als würden die sich bewegen. Auch im unteren Video entsteht der Bewegungseindruck dadurch, dass der Wechsel zwischen schwarzer Linie und Schlitz dem Auge jeweils ein neues Bild anstelle des alten präsentiert, was das Gehirn als Bewegung interpretiert.

Aber warum überhaupt diese Illusionen in einem Karriereblog?

Sie lehren uns eine denkwürdige Lektion, die zugleich viel über uns selbst und unser Denken verrät.

Oder weniger kryptisch ausgedrückt: Wir nehmen uns gerne selbst zum Maßstab.

Ich sehe was, was du nicht siehst

Daniel Simons, ein Psychologie-Professor am Beckman Institut der Universität von Illinois beschäftigt sich schon seit einigen Jahren mit selektiver Wahrnehmung.

Dabei handelt es sich um einen unserer schwerwiegenderen Defekte, bei dem wir nur noch jene Dinge hören und sehen, die wir hören und sehen wollen und alles andere ausblenden. Selbst Menschen, die darum wissen und deshalb versuchen, ihre Sinne stets wach und ihre Wahrnehmung weit zu öffnen, versagen. Wie Simons Studien zeigen, übersehen wir selbst dann noch Wichtigeres, wenn wir das Unerwartete erwarten.


Apropos: Was sehen Sie im rechten Vexierbild? Erkennen Sie das Gesicht einer Frau? Oder sehen Sie den Saxofonspieler mit der großen Nase? Die meisten Menschen erkennen zuerst die Umrisse des Frauengesichts. Der Saxofonist ist aber auch da. Etwas stilisierter, wenn man nur die schwarze Fläche betrachtet und sich das rechte Auge (von Ihnen aus betrachtet) der Frau einfach wegdenkt…

Das Internet ist voller denkwürdiger Geschichten, die uns vor Augen halten, wie falsch unsere Wahrnehmung zuweilen ist – obwohl wir freilich das Gegenteil glauben.

Eine dieser Geschichten geht zum Beispiel so:

Eine Mutter fährt mit ihrem Sohn in der U-Bahn. Der Sohn läuft völlig verstört durch die Bahn. Er wirkt hyperaktiv, ist aggressiv, belästigt Mitreisende, pöbelt sie an. Die Menschen reagieren zunehmend genervt und gereizt, einige schütteln den Kopf, rollen die Augen, blicken verächtlich in Richtung Mutter, die einfach nichts unternimmt. Einige beschweren sich schon. Dann fasst sich einer der Mitreisenden ein Herz und spricht die Mutter an:

“Warum lassen Sie zu, dass sich ihr Kind so daneben benimmt? Sehen Sie nicht, dass sie andere damit stören!”

“Es tut mir Leid”, antwortet ihm die Mutter, “Aber wir kommen gerade aus dem Krankenhaus, in dem soeben mein Mann und der Vater meines Jungen an den Folgen eines Unfalls gestorben ist. Ich weiß leider überhaupt nicht, wie ich damit umgehen soll. Und ich fürchte, mein Sohn weiß es auch nicht.”

Ein Satz – eine völlig andere Welt. Eben noch dachten vermutlich auch Sie, es geht in dieser Geschichte um mangelnde Disziplin oder fehlende Kinderstube. Vielleicht haben sich die Anwesenden sogar über die scheinbar rücksichtslose Mutter, ihre Laissez-Faire-Erziehung und ihren Jungen geärgert. Doch mit ihrer Erklärung erscheint alles plötzlich in einem ganz anderen Licht. Man betrachtet die Szene aus einer anderen Perspektive. Und man sieht geradezu, wie sich einige der gerade noch maulenden Mitreisenden nun vielleicht für ihr eigenes Verhalten schämen.

Ebenfalls im Internet fand ich auch diesen rührenden japanischen Video-Clip, den ich Ihnen (insbesondere den Eltern und Lehrern unter Ihnen) ans Herz legen möchte:

Unser Verhalten ist ganz häufig das Ergebnis, wie wir die Dinge sehen wollen. Wir sind schnell darin, uns selbst zum Maßstab zu machen, erst recht wenn uns ein anderer fehlt. Und genauso schnell, manchmal sogar vorschnell, sind wir dabei, andere zu beurteilen oder auch zu verurteilen.

Doch die Welt ist wie ein Vexierbild. Je nachdem, ob wir die hübsche Frau oder den Saxofonspieler sehen, gefällt uns das Bild oder nicht. Es ist unmöglich, die Welt so zu sehen wie sie wirklich ist. Die absolute Wahrheit kennt keiner. Aber wir können entscheiden, ob wir die Dinge – vor unserem Urteil – so sehen, wie andere sie betrachten.

Vitamin B: Berufsanfängerinnen netzwerken anders

Geschrieben am: 16-04-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

 Snezana Ignjatovic/shutterstock.comJeder Mensch tut es, ob abends in einer Kneipe, beim Frühstücken oder beim Besuch eines Kongresses – Netzwerken. Unablässig und zu jeder Zeit werden Kontakte geknüpft. Jeder Mensch ist Teil vieler verschiedener Netzwerke, beispielsweise der Familie, der Freunde, der Arbeitskollegen oder des Sportvereins. Wer ein starkes Netzwerke aufgebaut hat, hat Menschen an seiner Seite, die unterstützen und Sicherheit bieten. Auch beruflich ist das wichtig. Der Diplom-Psychologe Nils Christian Sauer, von der TU Braunschweig, hat in einer Studie herausgefunden, dass Frauen, gerade zu Beginn ihrer Karriere, anders netzwerken als ihre männlichen Kollgen.

Die Bedeutung von Netzwerken für die eigene Karriere

Heute kann jeder selbst an seiner Karriere arbeiten und Ihren Verlauf bestimmen. Dazu stehen dem Arbeitnehmer zur Verfügung:

  • Humankapital: Dabei handelt es sich um die Fähigkeiten, Kompetenzen und Erfahrungen, die ein Arbeitnehmer mitbringt.
  • Sozialkapital: Das sind die Verbindungen und Kontakte, auf die ein Arbeitnehmer zurückgreifen kann. Landläufig spricht man gerne vom Vitamin B.

Neben guten Leistungen, braucht es in der heutigen Berufswelt vor allem ein starkes berufliches Netzwerk, um erfolgreich die Karriereleiter zu erklimmen. Mehr denn je ist es wichtig, im entscheidenden Moment am richtigen Ort zu sein und über die aktuellen Entwicklungen am Arbeitsplatz Bescheid zu wissen. Fakt ist, dass wer einflussreiche Leute in einem Unternehmen kennt und auch selbst bekannt ist, eher bei neuen Aufgaben und Herausforderungen berücksichtigt wird.

Die Wissenschaftlerin Catherine Kirchmeyer, von der Wayne State Universität in Detroit, hat dargelegt, dass ein großes Netzwerk mit Kontakten aus verschiedenen Bereichen einer Karriere den entscheidenden Auftrieb geben kann. Weiterhin erhöhe eine Vielzahl an lockeren Beziehungen die Chance auf einen Wechsel in eine Führungsposition.

Deswegen lohnt es sich bereits früh, schon als Berufsanfänger, an dem Aufbau eines guten Netzwerks zu arbeiten.

Frauen haben es schwieriger

Immer noch werden weniger Führungspositionen von Frauen besetzt. Eine Frau verdient bei gleicher Bildung und gleicher Position deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Ihr Netzwerk ist deutlich kleiner und sie haben weniger Zugang zu einflussreichen Personen.

Zwar können sie als Mentorinnen die Karriere ihrer jungen weiblichen Kolleginnen beflügeln, doch hat sich gezeigt, dass sich die Anzahl von männlichen Kontakten generell positiver auf die Karriere von Berufsanfängern auswirkt. Das liegt daran, dass Männer häufiger in einflussreichen Positionen arbeiten und somit eine wichtige Stütze für die eigene Karriere darstellen können.

So schließt sich der Teufelskreis für Frauen.

Netzwerke von Berufsanfängern

Drei Wissenschaftler von der TU Braunschweig, Nils Christian Sauer, Simone Kauffeld und Daniel Spurk, stellten sich in ihrer Studie, im Kontext der weiblichen Unterrepräsentanz in Führungspositionen, folgende Frage:

Wie sehen soziale Netzwerke männlicher und weiblicher Berufsanfänger aus und was bedeutet dies für ihre Karriereentwicklung?

Die Studie

Sergey Nivens/shutterstock.comSauer, Kauffeld und Spurk befragten 81 wissenschaftliche Mitarbeiter der sogenannten MINT-Fächer, dieser Begriff setzt sich aus den Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zusammen. Auf die Geschlechter aufgeteilt nahmen 59 Frauen und 22 Männer teil. Zum Zeitpunkt der Studie promovierten alle Teilnehmer. Die Promotion wurde als Karrierephase ausgewählt, da sie entscheidend für den weiteren Verlauf Karriere ist und zu diesem Zeitpunkt selbstständig die nächsten beruflichen Schritte festgelegt werden.

Strategische Positionen im Netzwerk

Die drei Wissenschaftler gehen davon aus, dass nicht nur die Anzahl der Kontakte im Netzwerk eine wichtige Rolle spielt, sondern auch die Position. Sie entwickelten fünf strategisch bedeutsame Positionen, die den Einfluss der Person im Unternehmen steigern. Dabei handelt es sich um:

  • Der Koordinator: Diese Person stellt eine Verbindung zwischen zwei Personen des gleichen Netzwerks her. Er gehört selbst diesem Netzwerk an und ist eine Art interner Mediator.
  • Der Berater: Diese Person agiert als externer Berater, indem sie die Kommunikation zwischen zwei unverbundene Personen eines Netzwerkes herstellt, während sie selbst nicht Teil dieser Gruppe ist.
  • Der Türsteher: Diese Person kontrolliert den Zugang zum Netzwerk für außenstehende Personen. Außerdem gibt sie Informationen von außen ans Netzwerk weiter.
  • Der Repräsentant: Diese Person ist der Kontaktmann eines Netzwerks zu einem anderen. Sie vertritt die Gruppe nach außen.
  • Das Bindeglied: Diese Person stellt die Verbindung zweier Personen aus unterschiedlichen Netzwerken her, wobei sie selbst kein Mitglied eines der beiden Netzwerke ist.

Netzwerkverhalten männlicher und weiblicher Berufsanfänger

  • Obwohl männliche und weibliche Berufsanfänger ein ähnlich großes Netzwerk an freundschaftlichen Kontakten zu Kollegen pflegen, haben Männer am Berufsbeginn mehr freundschaftliche Beziehungen zu Kollegen mit einem hohen Status oder zu Vorgesetzten.
  • Während Frauen in freundschaftlichen Netzwerken zu Kollegen häufig die Position einer Beraterin einnehmen, tun Männer dies fast gar nicht. Männer stellen nur selten eine neue Verbindung zwischen zwei Frauen her, die sich bis dahin nicht kannten.
  • Berufsanfängerinnen übernehmen insgesamt häufiger die Position als Verbindungsglied ihrer Gruppe – durch die Position als Türsteher, indem sie den Zugang regeln, oder als Repräsentantin, indem Sie die Gruppe vertreten.

Die Studie zeigt, dass Männer ihre Karriere durch engere Beziehungen zu Vorgesetzten und höher gestellten Kollegen prägen, während Frauen durch ihre Position im Netzwerk dieses selbst stärken.

Wie können Sie diese Erkenntnisse für sich nutzen?

Egal, welche Strategie Sie anwenden: Die Erkenntnisse lassen sich nutzen, um das eigene Netzwerk auszubauen, zu stärken und strategisch wichtige Lücken zu schließen. Wie? Zum Beispiel so…

  • Ermitteln Sie die eigene Position. Betrachten Sie Ihr berufliches Netzwerk: Wie sieht dieses aus? Welche Kontakte haben Sie? Welche Position nehmen Sie ein? Überlegen Sie sich, wie Sie im Netzwerk agieren und wo noch Potenzial besteht.
  • Entwirren Sie das Geflecht. Wenn Sie wissen, wo Sie im Netzwerk stehen, ist der zweite Schritt sich zu überlegen, wie die anderen Mitglieder Ihres Netzwerkes zueinander stehen. Welche Personen haben eine enge Beziehung zueinander? Wer gehört noch einem weiteren Netzwerk an? All das sind Fragen, die Ihnen helfen Ihr Netzwerk zu verstehen.
  • Gehen Sie enge Beziehungen ein. Identifizieren Sie einflussreiche Personen und solche in strategischen Positionen und bauen Sie eine enge Beziehungen zu diesen auf. Einen einflussreichen Mentor zu haben, wird Ihre Karriere erheblich fördern.
  • Schauen Sie über den Tellerrand. Ihr Netzwerk sollte sich auch dadurch kennzeichnen, dass Sie viele unterschiedliche Kontakte haben. Das schließt Kontakte aus unterschiedlichen Abteilungen, Unternehmen und Branchen mit ein. Nutzen Sie hierzu Firmenevents, um Kollegen aus anderen Abteilungen kennenzulernen, sowie Kongresse oder Tagungen, bei denen Sie Kollegen aus anderen Firmen und Branchen begegnen.
  • Pflegen Sie Ihre Kontakte. Beim Netzwerken geht es nicht nur darum stetig neue Kontakte zu schließen, sondern bereits bestehende aufrecht zu erhalten und zu pflegen. Wenn Sie in regelmäßigem Kontakt stehen, wird es Ihnen leichter fallen, Kontakte zu aktivieren, sobald Sie diese benötigen.

Bauen Sie sich bereits am Anfang Ihrer Karriere ein starkes Netzwerk auf, um Ihre Chancen für einen beruflichen Aufstieg zu erhöhen.

[Bildnachweis: Snezana Ignjatovic, Sergey Nivens by Shutterstock.com]