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SPAM: So nerven Sie Ihre Kollegen via E-Mail

Geschrieben am: 31-07-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

Lichtmeister/shutterstock.comDie meisten Arbeitnehmer kennen das: Sie kommen morgens ins Büro und fahren Ihren Rechner hoch. Als erstes wird ein Blick in das E-Mail-Postfach geworfen. Bereits einige Minuten später bereuen Sie das getan zu haben. Eine Flut an E-Mails wartet darauf gelesen und bearbeitet zu werden. Doch woher sollen Sie die Zeit dafür nehmen? Auch im Laufe des Arbeitstages nimmt die E-Mail-Flut nicht ab. Ständig ertönt das Geräusch Ihres Postfachs, das Sie darüber informiert, dass sich eine weitere E-Mail dazu gesellt hat. Viele Arbeitnehmer bräuchten nichts anderes mehr tun, als E-Mails zu lesen. Doch woran liegt das? Wie kommt es zu dieser Masse an E-Mails? Der Umgang mit diesem Medium ist Schuld. Eine E-Mail ist schnell geschrieben – und das ist auch das Problem. Die meisten Menschen machen sich keine Gedanken darüber, ob nicht ein anderes Kommunikationsmittel sinnvoller wäre, sondern drücken unbedacht auf senden und verstopfen so das Postfach ihrer Kollegen, Chefs und Kunden. Wie Sie Ihre Mitmenschen mit Ihren E-Mails in den Wahnsinn treiben…

E-Mails: Fluch und Segen zugleich

E-Mails sind aus der heutigen Kommunikation nicht mehr wegzudenken. In fast jedem Beruf werden Sie als schnelles und unkompliziertes Kommunikationsmittel eingesetzt. Schnell sind Kollegen und Vorgesetzte über Neuigkeiten informiert. Doch weil sich die E-Mail schnell und unkompliziert schreiben lässt, wird sie en masse verschickt. Manchmal auch völlig grundlos oder um etwas mitzuteilen, dass man auch in der Hälfte der Zeit per Telefon sagen könnte. Dann beginnen E-Mails zu nerven, denn Sie erleichtern das Arbeitsleben nicht mehr, sondern schaffen zusätzliche Arbeit. Insbesondere, wenn der Empfänger nicht weiß, was er mit der E-Mail tun soll: Muss diese gelesen werden? Betrifft sie mich überhaupt? Steht da etwas Wichtiges drin?

Der Blogger Matthew Inman, besser bekannt als the Oatmeal, hat die nervtötenden Seiten in einem Comic sehr humorvoll zusammengefasst. Darin macht er seiner Wut über die zahlreichen sinnlosen, überflüssigen und zeitraubenden E-Mails, die er von den lieben Kollegen bekommt, Luft.

So nerven Sie Ihre Kollegen via E-Mail

Die E-Mails von Kollegen sind unter den zahlreichen Nachrichten, die man täglich erhält, die schlimmsten. Die meisten davon sind nach folgendem Motto verfasst: Ach, ist ja nur intern. Dieses Motto animiert dazu, alle Höflichkeiten über Bord zu werfen, auch die Lesbarkeit und Verständlichkeit sind nebensächlich. Hauptsache es geht schnell. Und was ist das Ergebnis?

Was Ihre Kollegen tun:

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Was nervig daran ist:

Nun müssen Sie Ihr gesamtes Postfach nach der Information, die der Kollege nicht finden kann, durchsuchen. Meistens erfordert es, dass Sie in Ihrem Archiv kramen, denn die gesuchte E-Mail wurde vor geraumer Zeit verschickt. Das ist nicht nur nervig, sondern auch zeitraubend. Wer so handelt, signalisiert damit, dass er selbst zu faul ist, nach der benötigten Information zu suchen. Er macht es sich leicht und wälzt die Arbeit auf jemand anderes ab.

Wie Sie es besser machen:

Bevor Sie einen Kollegen fragen, sollten Sie bereits selbst gesucht und sich vergewissert haben, dass Sie selbst die benötigte E-Mail nicht finden können. Geht es einfach nicht anders und Sie müssen jemanden im Team fragen, beschreiben Sie genau, was Sie brauchen und grenzen Sie, wenn möglich, den Zeitraum ein. Wenn Sie sich diesen Ärger jedoch ersparen wollen, sollten E-Mails mit Passwörtern, Logins und ähnlichem so abgespeichert sein, dass Sie jederzeit darauf zugreifen können.

Was Ihre Kollegen tun:

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Was nervig daran ist:

Große Anhänge zu versenden ist eine Zumutung für den Empfänger. Damit wird das Postfach verstopft und der geringe Speicherplatz aufgebraucht. Auch kostet es unnötig viel Zeit die Datei herunterzuladen. Vor allem bei Bildern wird häufig vergessen die Dateigröße zu reduzieren.

Wie Sie es besser machen

Wenn es nicht unbedingt notwendig ist, schicken Sie keine seitenlangen Anhänge mit. Kaum einer hat die Zeit, sich durch alles durchzuklicken und es herunterzuladen. Alle wichtigen Informationen sollten direkt im E-Mailtext zu finden sein. Lässt es sich nicht vermeiden, greifen Sie auch online Transferdienste zurück, die darauf ausgelegt sind, große Dateien zu verschicken.

Was Ihre Kollegen tun:

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Was nervig daran ist:

Häufig wird eine E-Mail, um auf Nummer sicher zu gehen, an zahlreiche Menschen verschickt, die gar nicht betroffen sind. In der Adresszeile befinden sich dann ein Dutzend Empfänger. Noch schlimmer ist es, wenn jemand statt nur dem Absender zu antworten, allen antwortet. Dann erhalten auf einmal alle Empfänger eine E-Mail mit “Danke”, obwohl diese nur für eine Person bestimmt war.

Wie Sie es besser machen

Schonen Sie das Postfach Ihrer Kollegen, indem Sie vor dem Senden prüfen, wer diese E-Mail bekommen sollte. Kollegen, die diese E-Mail nur in Ihrem Archiv ablegen sollen und für die keine Handlungsanweisung daraus hervorgeht, sollten in CC oder BCC gesetzt werden. Das erleichtert die Sortierung, denn oft hat man für die E-Mails in CC und BCC einen eigenen Ordner angelegt, in den diese automatisch wandern. Dann ist sofort klar, dass diese E-Mail keine Dringlichkeit besitzt.

Was Ihre Kollegen tun:

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Was nervig daran ist:

Zahlreiche E-Mails werden verschickt, in denen praktisch nichts Sinnvolles steht. In einem nicht enden wollenden Text wird um den heißen Brei herum geredet, ohne wirklich zu sagen, worum es geht. Diese E-Mails sind besonders ärgerlich, weil man sich durch den ganzen Text quälen muss, um die eigentliche Information oder Handlungsanweisung herauszufiltern. So viel Zeit und Geduld haben die meisten Menschen nicht. E-Mails wie diese werden in der Regel sofort gelöscht. Hat sich der Empfänger doch durchgequält, ist er am Ende verärgert festzustellen, dass nichts Wichtiges drin stand.

Wie Sie es besser machen

Kommen Sie in Ihrer E-Mail direkt auf den Punkt. Die wichtigsten Informationen, wie To-Dos oder Deadlines gehören an den Anfang. Strukturieren Sie Ihren E-Mailtext. Für das Auge ist es sehr anstrengend ganze Textblöcke zu lesen, besonders, wenn die E-Mails nicht am PC, sondern über das Smartphone gelesen werden. Arbeiten Sie mit Stichpunkten, diese führen den Leser durch den Text.

Was Ihre Kollegen tun:

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Was nervig daran ist:

Diese Marotte findet man vor allem in Newslettern. Aber auch einige Kollegen und Dienstleister halten es für einen Ausdruck Ihrer Kreativität, die E-Mail zu verschönern. Diese strotzt dann nur so vor bunten Farben, Bildern und Gifs. Die Verschönerungen lenken von dem eigentlichen Inhalt ab.

Wie Sie es besser machen

Die meisten Empfänger, vor allem im beruflichen Kontext, schätzen eine kurze und schmucklose Kommunikation. Sie wollen wissen, was Sache ist und nicht erst nach dem Text suchen müssen. Eine verschönerte E-Mail wirkt schnell unseriös.

[Bildnachweis: Lichtmeister by Shutterstock.com]

Regelverstoß: Knigge für Individualisten!

Geschrieben am: 31-07-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

Jirsak/shutterstock.comBraucht man eigentlich die Knigge-Regeln? Sind sie überhaupt noch zeitgemäß? Knigge und Benimmregeln – das klingt nach starrem Korsett. Dabei hatte Adolph Freiherr von Knigge etwas ganz anderes im Sinn, als er Ende des 18. Jahrhunderts seine Ausführungen veröffentlichte. Ihm ging es darum, das Miteinander mithilfe der Benimmregeln zu erleichtern. Genau auf diesen Ursprungsgedanken besinnt sich Elisabeth Bonneau in ihrem Knigge für Individualisten. Sie fordert sogar zum dosierten Regelverstoß auf. Das mussten wir uns genauer ansehen…

Worum es Knigge eigentlich ging

Was Benehmen und Etikette angeht, kommt man um den Namen Adolph Freiherr von Knigge nicht herum. In seinem Werk “Über den Umgang mit Menschen” findet man jedoch keine einzige Passage darüber, mit welcher Gabel Salat gegessen wird oder wie ein Weinglas richtig gehalten wird. Knigge ging es um Aufklärung. Zu seinen Lebzeiten war Deutschland in viele Fürstentümer geteilt. Die Landesfürsten bestimmten über das Wohl und Wehe der Menschen. Bürger hatten das Problem, dass sie mit den spezifischen Umgangsformen am Hof nicht vertraut waren und so leicht ausgenutzt werden konnten. Knigge wollte den Bürgern etwas an die Hand geben, das sie befähigen würde, für ihre Belange sprechen zu können.

Dem Freiherrn ging es um ein zivilisiertes und konfliktfreies Miteinander. Das gelingt, je besser man eine Situation richtig einschätzen kann und je mehr man über mehr man über sein Gegenüber weiß. Höflichkeit und Respekt gehörten genauso dazu, wie die Wahrung der eigenen Würde. Deswegen riet er seinen Lesern: “Handle selbständig! Verleugne nicht Deine Grundsätze, Deinen Stand, Deine Geburt, Deine Erziehung; so werden Hohe und Niedere Dir ihre Achtung nicht versagen können”.

Heute wird seine Botschaft leicht vergessen und sein Werk als Anstandsbibel missverstanden.

Knigge für Individualisten

Ocskay Bence/shutterstock.comKnigge alt und verstaubt? Ganz und gar nicht. Allein bei Amazon findet man unter dem Stichwort “Knigge” rund 2.000 Bücher. Von “Knigge für Weintrinker” bis “Knigge kinderleicht: Benimm für Kids” – gibt es Benimmregeln für alle Lebenslagen. Das spricht nur dafür, dass das Interesse nach wie vor groß ist. Auch heute noch suchen Menschen Orientierung in ihnen unbekannten Situationen. Das gilt auch für den Job. Wie verhalte ich mich bei einem Geschäftsessen? Wie begrüße ich wichtige Kunden oder Geschäftspartner? Die Situation ist vielleicht ungewohnt, doch Sie wollen eine Beziehung zu den Anwesenden aufbauen und möglichst niemandem auf die Füße treten. Wie verhalte ich mich jetzt? – fragen sich viele.

Zahlreiche Ratgeber empfehlen nun sich an starre Regelgerüste zu halten. Nach dem Motto: Wenn Sie wissen mit welcher Gabel ein Salat in einem guten Restaurant gegessen wird, wer die Rechnung zahlt und worüber bei Tisch nicht gesprochen wird, sind Sie auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Doch wo bleibt da die eigene Persönlichkeit? Was ist, wenn diese Regeln so gar nicht Ihrem Naturell entsprechen?

Elisabeth Bonneau vertritt einen ganz anderen Ansatz. Mit ihrem Ratgeber will Sie niemanden in ein starres Regelgerüst zwängen. Sie rät davon ab, Benimmregeln sklavisch zu befolgen und sich so zu verbiegen. Letztlich gehe es doch, wie ursprünglich bei Knigge, darum, das Miteinander leichter zu gestalten.

Vier verschiedene Knigge-Typen

Bonneaus Botschaft lautet: Sie können authentisch und sich selbst treu bleiben, ohne Ihren Mitmenschen auf die Füße zu treten. Sie erläutert welche Knigge-Regeln die wirklich Wichtigen sind und wie Sie diese mit Ihrer Individualität in Einklang bringen. Sie stellt für Knigge-Anhänger eine gewagte These auf: Die dosierte Regelverletzung hat Charme. Deswegen rät sie ihren Leser mit den Konventionen zu spielen.

Ihr Buch liest sich wie eine Spielanleitung, die Anleitung für das Knigge-Kartenspiel. Zu Beginn steht der Selbsttest, um herauszufinden, welche Asse jeder auf der Hand hat. Damit will Bonneau dem Leser bewusst machen, wie er sich im täglichen Miteinander verhält und wo sich Muster entwickeln. Spielerisch zeigt die Autorin dem Leser, wie er auf andere wirkt und seine Stärken verfeiern und bewusst einsetzten kann.

Die Grundlage dafür sind vier Typen. Jeder dieser Typen geht anders mit Knigge um.

  1. Der Dynamische: Etikette ist für ihn ein Mittel zum Zweck. In seinem Umgang ist er direkt. Für ihn muss alles schnell gehen, auch denken und handeln. Sich groß über Formalitäten den Kopf zu zerbrechen, hält nur auf. Wenn er durch die Tür gehen will, dann tut er das, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wer zuerst gehen sollte. Den Business-Dresscode schätzt er, weil ihm so die Arbeit abgenommen wird, über seine Kleidung nachzudenken. Seine Stärken sind seine Macherart. Er nimmt Herausforderungen an und scheut auch nicht das Risiko.
  2. Der Lockere: Dieser Typ ist locker, liebenswert und lustig. Er kleidet sich am liebsten unkonventionell. Wen interessiert schon der Dresscode? Glücklich ist er unter Menschen. Immer einen flotten Spruch auf den Lippen, ist er der beliebte Netzwerker. Er schafft es die Atmosphäre mit seiner Offenheit aufzulockern. Das sind seine Stärken. Aus einem Fettnäpfchen kommt man immer irgendwie heraus, diese Erfahrung hat er gemacht. Funktioniert aber nicht immer. Denn setzt er sich über alle Konventionen hinweg, nimmt man ihn nicht für voll.
  3. Der Natürliche: Ein partnerschaftliches Miteinander liegt diesem Typen am Herzen. Doch die meisten Benimmregeln kommen ihm zu förmlich vor. Sich für ein Fest besonders schick machen? Nein, danke. Das wäre für diesen Typen verkleiden. Anstand ist für ihn eine Verpflichtung, die auf Echtheit und Einflühlungsvermögen basiert. Zu seinen Stärken gehört es, den Standpunkt anderer verstehen zu können. Doch seine moralischen Ansprüche können auch leicht die gemütliche Atmosphäre zerstören.
  4. Der Traditionelle: Dieser Typ legt Wert auf erprobte Regeln. Als Mann hält er die ritterlichen Tugenden im Umgang mit Frauen hoch. Als Frau, hat dieser Typ klare Ansprüche an die Männerwelt. Alter und Hierarchien werden im seinem Verhalten gebührend berücksichtigt. Dieser Typ ist ein Vernunftsmensch. Gefühlsausbrüche sind ihm peinlich. Eine unbedachte Ausdrucksweise und Verstöße gegen den Dresscode sind für ihn nicht Ausdruck der Persönlichkeit, sondern schlechten Benehmens. Seine Stärke ist seine sachliche Art. Er redet zwar nicht viel, aber wenn, hat er wirklich etwas zu sagen.

Drei Ratschläge für Individualisten

Bonneau stellt verschiedene Situationen vor und macht Vorschläge, wie sich jeder der Typen in einer dieser bestimmten Situation verhalten könnte.

Ein Beispiel: Die Begrüßung

Wer grüßt wen? Grundsätzlich gilt: Wer den anderen zuerst sieht, grüßt auch zuerst. In festen Hierarchien wird zuerst der Ranghöchste gegrüßt. Also der junge Vorstandschef vor der etwas älteren Abteilungsleiterin.

Wie verleihe ich der Begrüßung eine persönliche Note?

  • Der Dynamische: Zu ihm passt ein kurzes “Hi” oder ein kerniges “Tach”. Doch sollte er darauf achten, in der Eile niemanden zu übersehen. Wenigstens ein kurzes Kopfnicken sollte drin sein.
  • Der Lockere: Er hat auch kein Problem damit, den Bürgermeister mit einem “hallo” zu begrüßen. Das ist auch völlig in Ordnung, solange die Diskretion gewahrt wird, um nicht als Trampeltier wahrgenommen zu werden.
  • Der Natürliche: Er bevorzugt ein “Guten Tag” oder ein regional geprägtes “Moin” oder ähnliches. Es ist neutraler. Mit der Nennung des Namens kann er zusätzlich seine zugewandte Art unterstreichen.
  • Der Traditionelle: Dieser Typ grüßt nicht immer von sich aus. Von Jüngeren und Kindern will er zuerst begrüßt werden. Dabei vergisst er jedoch leicht, dass nicht jeder sein Weltbild teilt. Ein freundliches Lächeln ermutigt das Gegenüber zu reagieren.

Drei Grundregel im Umgang mit anderen Menschen:

  1. Seien Sie sich der Konventionen und Benimmregeln bewusst. Die Autorin rät, sich mit dem Umgang und den Regeln des eigenen Umfelds vertraut zu machen. Sie bieten Orientierung: Was ist in Ordnung? Was macht mein Gegenüber stutzig? Nur wer die Regeln kennt, kann die Reaktion seiner Mitmenschen richtig einschätzen. Sind Sie sich dieser Regeln bewusst, bleibt immer noch ein Entscheidungsspielraum. Sie können abwägen, ob Sie sich an die Regeln halten oder diese ein wenig modifizieren.
  2. Kennen Sie sich selbst. Am besten fährt man laut Bonneau, wenn man sich der Stolperfallen des eigenen Verhaltens bewusst ist. Beispielsweise, dass man dazu neigt, seinen Mitmenschen ins Wort zu fallen. Im Umgang miteinander kann man auf diese Stolperfallen achten, ohne sich unnötig zu verbiegen.
  3. Sprechen Sie den Regelbruch an. Entscheiden Sie sich dafür, eine gängige Konvention zu brechen, sollten Sie das nicht unkommentiert lassen. Erklärt man den Regelbruch, zeigt man den anderen, dass dieser nicht aus Gedankenlosigkeit und damit aus mangelndem Respekt geschehe. Ihr Verhalten wird dadurch nachvollziehbarer. Beispielsweise, wenn Sie bei Hitze das Jackett ausziehen oder bei einem Geschäftsessen bereits anfangen möchten zu essen, damit Ihr Gericht nicht kalt wird.
[Bildnachweis: Jirsak, Ocskay Bence by Shutterstock.com]

Social Media für Bewerber: Alle Vor- und Nachteile im Überblick

Geschrieben am: 31-07-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

Sergey Nivens/shutterstock.comSocial Media gehören heute ganz selbstverständlich zum kommunikativen Alltag tausender Menschen weltweit. Auch im Bereich der Mitarbeiter- und Jobsuche haben die sozialen Netzwerke heute einen festen Platz und werden von Unternehmen und Bewerbern eingesetzt. Wenn Sie sich die Vorteile dieser Kanäle zunutze machen wollen, sollten Sie auch die Nachteile und Risiken im Blick behalten. Unsere Übersicht hilft Ihnen bei der Abwägung.

Social Media: Unentbehrlich für die Jobsuche?

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Mehr Tipps und Strategien rund um die Jobsuche mit Social Media finden Sie hier:

In zahlreichen Bewerbungsratgebern und -seminaren werden Social Media heute als unentbehrlicher Bestandteil der modernen Jobsuche angepriesen. Doch wie alle absoluten Aussagen muss auch dieses Statement etwas differenzierter betrachtet werden.

Als Karrierebibel-Team sind wir – das zeigen zahlreiche Artikel – davon überzeugt, dass Social Media für das Personal Branding und die Positionierung von Fachkräften perspektivisch unverzichtbar sind. In einigen Branchen – vor allem im Kommunikations- und Kreativbereich – ist eine aktive Social Media Präsenz bereits heute essentiell.

Doch die konkrete Jobsuche kommt heute – zumindest in Deutschland – in vielen Fällen noch ohne Social Media aus. Klassische Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen können nach wie vor zum Erfolg führen und den nächsten Job sichern. Dennoch sollten Sie sich lieber heute als morgen mit den Vor- und Nachteilen der Social Media befassen, denn…

  • … die Zahl der klassisch ausgeschriebenen Stellen geht über kurz oder lang zurück.
  • Jobbörsen und Stellenportale verlieren – auch durch Karriereseiten der Unternehmen – an Bedeutung.
  • … immer mehr Unternehmen suchen auch oder sogar primär in den sozialen Netzwerken nach neuen Mitarbeitern.
  • … eine aktiv aufgebaute (online) Reputation wird immer wichtiger und erhöht Ihre Jobchancen enorm.

Vor- und Nachteile von Social Media für Bewerber

Perspektivisch ist ein aktives Social Media Engagement für Bewerber daher unverzichtbar. Bei der konkreten Gestaltung sollten Sie jedoch die Gepflogenheiten Ihrer Branche, die Erwartungen potenzieller Arbeitgeber und daraus resultierende Risiken im Blick behalten.

In konservativen oder stark traditionell geprägten Branchen werden aktive gepflegte Social Media Präsenzen leider noch skeptisch beäugt. Dementsprechend sollten Sie hier Ihre Präsenzen zwar pflegen, jedoch nicht in Ihre Anschreiben oder Bewerbungen integrieren.

In unserer Übersicht fassen wir die wichtigsten Vor- und Nachteile von Social Media für Bewerber zusammen. Natürlich freuen wir uns, wenn Sie diese in den Kommentaren mit Ihren Erfahrungen und Punkten ergänzen.

VORTEILE NACHTEILE
FBDaumen-hoch FBDaumen-runter
Ermöglichen den Aufbau einer hervorragenden Reputation. Können mangelnde Kompetenz und fehlendes Fachwissen öffentlich sichtbar machen.
Potenziell riesige Reichweite mit der Möglichkeit, eine aktive Community aufzubauen und zahlreiche wichtige Kontakte zu knüpfen. Können zum Sammeln von Kontakten verleiten. Unter einer zu großen Zahl an Kontakte leidet jedoch die Qualität der Beziehungen, was der Reputation schaden kann.
Ermöglichen die Positionierung als Experte für ausgewählte Themen und Fachbereiche. Stellen Vergleichbarkeit her und machen mangelnde Qualität der eigenen Inhalte dadurch sicht- und nachvollziehbar.
Bieten die Möglichkeit, mit potenziellen Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen und sich positiv von der Masse der Bewerber abzuheben. Durch fehlende Strategie und zu breit angelegte Kommunikation können Bewerber als Spammer wahrgenommen und von Unternehmen ignoriert werden.
Bewerber können ihre Reputation selbst aktiv gestalten und beeinflussen, welche Zielgruppe Sie auf welchem Kanal erreichen. Wird die Kommunikation auf zu vielen Kanälen gestreut, verliert sie ihre Wirkung. Streuverluste reduzieren die Wirkung des Personal Brandings enorm.
Jobsuche via Social Media gilt in einigen Unternehmen als modern und erhöht die Chancen. In konservativen Branchen wird die Jobsuche via Social Media skeptisch beäugt und kann die Bewerbungschancen reduzieren.
Die Verhandlungsposition von Bewerbern verbessert sich durch eine positive Reputation deutlich. Eine negative oder nicht überzeugende (online) Reputation kann die Verhandlungsposition schwächen.
Es lassen sich Kontakte knüpfen, die offline nicht möglich wären. Durch Assoziation mit den falschen Kontakten kann die eigene Reputation Schaden nehmen.
Durch aktives Monitoring können Bewerber ihre Außenwirkung erfassen und bei Bedarf gegensteuern. Zeit- und Energieaufwand für aktives Monitoring und Kommunikation können sehr hoch sein und eine zusätzliche Belastung zur Jobsuche darstellen.
[Bildnachweis: Sergey Nivens by Shutterstock.com]

Wedgies: Umfrage-Tool für Blogs und Social Media

Geschrieben am: 31-07-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

Wedgies-Umfrage-ToolGerade entdeckt: Wedgies – ein neues Umfrage-Tool für Blogs, Twitter, Facebook und Tumblr. Die Anwendung ist einfach: Anmelden, Umfrage entwerfen und auf der eigenen Seite per Code einbinden oder auf Sozialen Netzwerken teilen. Dazu generiert das Wedgies für die einzelnen Antwortoptionen jeweils kurze Links, sodass diese auch als Text-Post zum Beispiel auf Facebook funktionieren. Das Tool ist zunächst kostenlos – bis 100.000 Pageviews…

Schnelle Umfragen für Soziale Netzwerke

Wer bei Wedgies auch die Analyse- und Statistikfunktionen nutzen will, muss allerdings bezahlen: ab 25 Dollar im Monat kostet der Einsteigerpreis. Für den Anfang und schnelle Meinungsumfragen reicht aber meist schon die Basisversion – wie hier…

So sähe die Umfrage als Text-Post für Soziale Netzwerke aus:

Wie findet ihr solche Umfragen?

CLICK TO VOTE
Da mache ich nie mit. http://wedgi.es/1lf24fW
Wo muss ich klicken? http://wedgi.es/1s5J5dA
Wie war die Frage? http://wedgi.es/1lf22Vx

Und so als eingebettete Umfrage:


10 kreative Instagram-Accounts, die Sie inspirieren werden

Geschrieben am: 30-07-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

Smartphone-Foto-InstagramMan kann viele Worte machen – und doch nichts sagen. Bei Bildern ist das meist genau anders herum: Ohne Worte erzählen Sie ganze Geschichten, wecken Emotionen und lösen das aus, was viele in den Social Media so oft vergeblich suchen: den Impuls, die (Bilder-)Geschichten zu teilen. Längst hat sich das Foto-Netzwerk Instagram zu einer solchen veritablen und einflussreichen Größe entwickelt – nicht zuletzt seit der Übernahme durch Facebook. Ich selbst habe dort auch einen Account, der ist aber eher noch ein Sammelsurium diverser Erinnerungen und Experimente. Doch finden sich auf Instagram längst zahlreiche Beispiele, wie sich die Bilder-Profile auch professionell und nicht nur als Schnappschussalbum nutzen lassen…

10 Instagram-Künstler, die inspirieren

Im Lifehack-Blog habe ich eine Liste von 20 besonders kreativen und inspirierenden Instagram-Accounts gefunden, von denen ich noch einmal die zehn eindrücklichsten ausgewählt und mit Anregungen versehen habe, wie sich die Konzepte dahinter zum Beispiel auch von Unternehmen oder Bewerbern nutzen ließen…

  1. Murad Osmann
  2. Murad Osmann ist eigentlich Produzent von Musik-Videos. Auf Instagram aber produziert er eine beeindruckende Serie von Fotos, wie ihn seine Model-Freundin an der Hand durch die Welt führt.

    Anregung: Fotoserie bei der Aufbau und Konzept gleich bleiben, aber Hintergründe und Situationen wechseln.

  3. Humansofny
  4. Brandon Stanton fotografiert schon eine ganze Weile Menschen in New York. Die Fotos wirken zufällig, bestechen aber durch ein präzises Auge für Details und die Geschichten, die diese Porträts erzählen.

    Anregung: Die Serie ließe sich ebenso auf eine Belegschaft übertragen – die Menschen bei Firma XY.

  5. Paris in four months
  6. Carin Olsson zog nach Paris und dokumentierte vier Monate lang ihre Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse in der schönen Stadt an der Seine. Schöner und persönlicher lässt sich Paris nicht kennenlernen – es sei denn, man fährt selbst dorthin.

    Anregung: Eine Foto-Dokumentation über die ersten Tage – im neuen Job.

  7. Civilized Caveman
  8. George Bryant liebt nicht nur seine Tochter, sondern auch das kochen. Und so zeigt er in zahllosen Bildern, was er mit dem Kochlöffel so zaubert und wie er damit seine Familie bezaubert.

    Anregung: Die eigene Profession und Leidenschaft für eine Sache per Bild zu erzählen, könnte auch ein spannendes Projekt für Bewerber sein.

  9. Grandma Betty33
  10. Oma Betty kämpft seit einiger Zeit schon gegen den Krebs – aber ungeheuer tapfer und immer mit einem Lächeln, wie zahllose Bilder mit ihrem Lächeln beweisen. Unglaublich rührend!

    Anregung: Menschen in schwierigen Momenten begleiten – oder eine Serie von mutmachenden Bildern schaffen.

  11. Maya on the move
  12. Tania Ahsan liebt ihre Bulldogge Maya innig. So sehr, dass sie deren zahlreiche und kuriose Abenteuer in New York auf ihrem Instagram-Account festhält. Die Bilder sind zum Teil klar gestellt, der Hund sehr geduldig, aber amüsant allemal.

    Anregung: Eine Abenteuerreise mit einem Mitarbeiter oder dem Firmen-Maskottchen durch diverse Stationen.

  13. Leoleoparis
  14. Ist das noch Fotografie oder schon Kunst? Leo sammelt Impressionen aus den Straßen von Paris. Das Besondere daran sind nicht nur die eindrücklichen Motive, sondern vor allem die Reduktion auf Schwarz-Weiß-Bilder.

    Anregung: Nicht so viel mit Filtern variieren, sondern sich auf einen Stil einschießen und den durchhalten. Das Leben ist bunt, ein Instagram-Account kann aber auch mal Schwarz-Weiß malen.

  15. Jacob Santiago
  16. So hat man New York City vielleicht noch nicht gesehen. Wie Leo in Paris, sammelt Jacob Santiago Impressionen aus der Stadt, die niemals schläft. Viel Architektur und einige eindrückliche Straßenbilder sind dabei.

    Anregung: Ein Unternehmen mit mehreren Dependancen zeigt deren unterschiedliche Einrichtung und Architektur – oder wie unterschiedlich Mitarbeiter dort arbeiten.

  17. I love Playmo
  18. Eine Liebeserklärung an Playmobil. Das Besondere daran: Das Spielzeug wird immer wieder für aktuelle Themen in Szene gesetzt – zuletzt etwa zur Fußball-WM.

    Anregung: Wer vorzeigbare Produkte kann die Kernidee 1:1 übernehmen – oder die Kunden dazu einladen, das Produkt in Szene zusetzen.

  19. Brahmino
  20. Simone Bramate ist nicht nur eine exzellente Geschichtenerzählerin – sie tut dies vor allem in einem einzigen Bild. Jedes einzelne davon ein Kunstwerk in sich.

    Anregung: Erzählen Sie mehr Geschichten in Bildern. Die werden nicht nur stärker geteilt – sie sagen auch mehr als viele Worte.

[Bildnachweis: Maridav by Shutterstock.com]

Karrieremythen: 10 Ratschläge, auf die Sie nicht hören sollten

Geschrieben am: 30-07-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

Sergey Nivens/shutterstock.comWie macht man Karriere? – diese Frage stellen sich viele Arbeitnehmer im Laufe ihres Berufslebens. Besonders Berufsanfänger suchen nach Orientierung. Und was finden sie? Ratschläge, wie “Der MBA ist ein Karriereturbo” oder “Ohne Auslandsaufenthalt geht es heute gar nicht mehr”. Nach diesen richten Sie Ihren Werdegang und sind bitterlich enttäuscht, wenn der erhoffte Erfolg ausbleibt. Höchste Zeit über die gängigsten Karrieremythen zu diskutieren…

Wir wünschen uns ein Patentrezept

Es liegt in der Natur des Menschen, dass er sich nach Orientierung sehnt. Ein Punkt, an dem er sich festhalten und sein Leben danach ausrichten kann. Das gilt auch fürs Berufsleben. Am liebsten würden wir bereits beim Schulabschluss das Patentrezept für eine erfolgreiche Karriere ausgehändigt bekommen. Studiere dieses Fach, wähle diesen Schwerpunkt, mache dieses Praktikum und gehe zu jenem Unternehmen, um Berufserfahrung zu sammeln – dann wirst du Karriere machen und beruflich erfolgreich sein. Leider ist es nicht so leicht. Das liegt vor allem daran, dass der Begriff “Erfolg” für jeden Menschen etwas anderes bedeutet. Der eine fühlt sich beruflich erfolgreich, wenn er genügend verdient, um zwei Mal im Jahr in Urlaub zu fahren, während für den anderen Erfolg bedeutet, mit seinem Hobby Geld verdienen zu können.

Hinzu kommt, dass die Auswahl der Möglichkeiten unüberschaubar groß ist. Allein was das Studium angeht: Universität? Fachhochschule? Fernuni? Duales Studium? Ausland? Das verursacht Unsicherheit. Und was passiert dann? Karriereschritte, die bei anderen geklappt haben, werden zu goldenen Regel erhoben. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich würde nicht soweit gehen und sagen, dass die unten vorgestellten Ratschläge Blödsinn sind, doch pauschal karrierefördernd sind sie auch nicht.

Von Martin Wehrle, Autor und Karriere-Coach, stammt der schöne Satz: “Karriere ist keine Zugreise, bei der Ankunftsort und -zeit exakt bekannt sind.”

10 Ratschläge, auf die Sie nicht hören sollten

Gajus/shutterstock.comOder, falls Sie sich nicht ganz davon lösen möchten, zumindest kritisch hinterfragen sollten. Marcus Schmidt, Headhunter und Autor, hat in seinem Buch “Die 40 größten Karriere-Mythen” die gängigsten Ratschläge gesammelt. Einige davon möchten wir hier zur Diskussion stellen:

  1. Netzwerke helfen bei der Karriere. Das hört und liest man immer wieder. Vitamin B als Wundermittel. Im Zeitalter von LinkedIn und Xing, von Facebook und Twitter ist es nicht verwunderlich. Doch Schmidt hält Netzwerke erst einmal nur für ein Medium. Dieses muss richtig genutzt werden. Auf der einen Seite kann man zwar über Netzwerke an wertvolle Informationen, wie Jobangebote, kommen, doch es können auch Informationen weitergeben werden, die man nicht verbreiten wollte.
  2. Ein Auslandsaufenthalt ist ein Must-have. Auslandserfahrung kann bei einer Bewerbung durchaus einen Pluspunkt darstellen, doch hierbei kommt es ganz stark darauf an, was Sie im Ausland tun. Kritiker des Erasmusaufenthaltes beispielsweise behaupten, es sei ein reines Partysemester. Einfach nur zu reisen und fremde Kulturen kennenzulernen, macht zwar Spaß, ist im Lebenslauf allerdings wenig überzeugend. Viel besser kommt es an, wenn Sie nachweislich Berufserfahrung gesammelt oder Ihre Kenntnisse einer Fremdsprache verbessert haben.
  3. Top-Unternehmen gleich Top-Karriere. Glaubt man den Rankings über die beliebtesten Arbeitgeber, sind es vor allem BMW oder Siemens, bei denen die meisten arbeiten wollen. Viele versprechen sich davon Sicherheit und Aufstiegschancen. Schmidt gibt zu bedenken, dass für die Karriere vor allem entscheidend sei, welche spezifischen Aufgaben Sie durchgeführt und welche Verantwortung Sie getragen haben. Dabei bieten kleinere Unternehmen oftmals mehr Handlungsfreiheiten.
  4. Mann muss einen Doktortitel haben. Spätestens seit den Plagiatsaffären weiß man, dass ein Doktortitel, der nur gemacht wurde, um beruflich besser dazustehen, mehr schadet als er nützt. Ob man promovieren sollte oder nicht, hängt davon ab, welche Position man anstrebt und in welcher Branche man tätig sein will. Bei Chemikern, Biologen und Naturwissenschaftler ist der Doktor oft eine Einstellungsvoraussetzung. Das trifft allerdings nicht auf alle Branchen zu. Der Weg zum Doktortitel ist steinig und während man promoviert, sammeln andere bereits Berufserfahrung.
  5. Der Master of Business Administration (MBA) ist ein Karriereturbo. Das ist ein häufiger Trugschluss. Axel Koch, Professor für Wirtschaftspsychologie, weist darauf hin, dass es keine standardisierten Inhalte für den MBA gibt. Ursprünglich wurde er entwickelt, um Managern aus dem Bereich der Technik und Naturwissenschaften das erforderliche Wirtschaftswissens zur Lenkung eines Unternehmens zu vermitteln. Heute erhoffen sich viele Studenten durch den MBA ihre Aussichten ins Management zu kommen zu steigern. Sinnvoll ist es den MBA erst nach einigen Jahren Berufserfahrung anzustreben und nicht direkt nach der Uni.
  6. Mit 50 gehört man zum alten Eisen. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz soll eine Benachteiligung im Berufsleben auf Grund des Alters verbieten. In den Köpfen der Menschen gibt es jedoch durchaus noch Barrieren. Nicht wenige denken, dass ihre Karriere mit 50 Jahren beendet ist. In Bewerbungen schreiben sie dann beispielsweise “Trotz meines hohen Alters bin ich noch lernfähig und flexibel”. Damit stellen sie sich selbst in den Schatten. Viel besser ist es, die jahrelange Erfahrung und das breite Know-How zu betonen, denn diese Punkte sind für potenzielle Arbeitgeber von Wert. Zugegeben kommt es hier auch stark auf die Branche an. In der Kreativbranche sind Mitarbeiter mit 50 Plus nur selten anzutreffen.
  7. Wer sich anpasst, kommt schneller voran. Viele denken tatsächlich, dass Sie die Meinung des Leitwolfs übernehmen müssen, um erfolgreich zu sein. Doch wer aalglatt ist, nie aneckt und keine eigene Haltung vertritt, macht auch nicht auf sich aufmerksam. Utz Claassen, bekannt als Rambo-Manager, empfiehlt daher, sich seine Individualität zu erhalten und nicht nur “Ja und Amen” zu sagen, sondern die Dinge zu hinterfragen.
  8. Wer 60 Stunden und mehr arbeitet, wird erfolgreich. Führungskräfte arbeiten 50 bis 60 Stunden die Woche. Doch der Umkehrschluss ist nicht zutreffend. Bloß, weil man praktisch rund um die Uhr arbeitet, kommt man nicht automatisch in eine Führungsposition. Es kommt weniger auf die im Büro verbrachten Stunden an, sondern auf das Ergebnis. Die Frage ist doch: Wie nutze ich meine Zeit effektiv? Dabei können drei Stunden, in denen ich hoch konzentriert gearbeitet habe, wertvoller sein, als ein ganzer Arbeitstag im Büro.
  9. Man muss immer erreichbar und informiert sein. In Zeiten von Smartphones, Tablets, Live-Tickern und blitzschnellen Onlinemedien wird der Informationsfluss unüberschaubar. Leicht kann daraus ein Informationszwang entstehen. Immer auf dem neusten Stand sein, den aktuellen Stellenmarkt stets im Blick – dadurch kann einem die Fähigkeit, einzuordnen und zu schlussfolgern, verloren gehen. Der Blick fürs Wesentliche kommt Ihnen abhanden. Doch genau diesen braucht man.
  10. Der Besuch von Elite-Universitäten macht erfolgreich. Wer nur die besten Schulen und Universitäten besucht, Top-Noten erzielt und Erfahrung in namenhaften Unternehmen gesammelt hat, schindet zwar in der Bewerbung Eindruck, ist dadurch allerdings nicht sympathischer. Persönlichkeit ist ein entscheidender Faktor. Es gilt nicht nur in der Theorie und auf dem Papier zu überzeugen, sondern auch im Umgang mit Menschen.

Wie sehen Sie die Sache? Was halten Sie für richtig und was für einen Mythos?

[Bildnachweis: Sergey Nivens, Gajus by Shutterstock.com]

So ist’s Recht: Urteile aus dem Arbeitsrecht

Geschrieben am: 30-07-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

Grolls Arbeitsrechtskolumne

kuzma/123rfPeter Groll ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in Frankfurt. Für die Karrierebibel analysiert und kommentiert er regelmäßig wichtige und aktuelle Urteile aus dem deutschen Arbeitsrecht. So bleiben Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Fach- und Führungskräfte stets über ihre Rechte und rechtliche Fallstricke informiert.

Den Anwalt einzuschalten ist kein Kündigungsgrund

Az.: 9 Ca 5518/13 Die Arbeitnehmerin teilte schon im Vorstellungsgespräch mit, dass sie für Juni einen Urlaub gebucht habe und diesen auch in Anspruch nehmen wolle. Das war auch okay. Sie erhielt den Job und begann ihre Arbeit im April in freudiger Erwartung des baldigen Urlaubs. Als sie diesen ins System eintrug, wurde der Urlaub jedoch zweimal wieder gelöscht. Auch Gespräche halfen nichts, der Arbeitgeber wollte davon nichts mehr wissen. Folge: Die Arbeitnehmerin schaltete einen Anwalt ein, um ihren Urlaubsanspruch durchzusetzen. Das fand der Arbeitgeber jedoch anmaßend und kündigte noch innerhalb der Probezeit: Einen Anwalt einzuschalten, entspreche nicht der Art des Hauses und sei nicht Ausdruck einer vertrauensvollen Zusammenarbeit. Die Richter des Arbeitsgerichts Dortmund sahen das anders und erklärten die Kündigung für unwirksam. Spätestens als der Vorgesetzte den Urlaub zweimal verweigerte, habe die Arbeitnehmerin zulässigerweise einen Advokaten in Anspruch nehmen können, um ihre vertraglich vereinbarten Ansprüche durchzusetzen.

Versetzung widerspenstiger Sachbearbeiterin in Ordnung

Az.: 13 Ga 5/14 Eine beim Jobcenter in Hamburg beschäftigte Harzt IV-Sachbearbeiterin weigerte sich strikt, Sanktionen zu verhängen, wenn Arbeitssuchende gegen ihre Mitwirkungspflichten bei der Jobsuche verstoßen. Da versetzte die Hansestadt Hamburg die Mitarbeiterin auf eine andere Stelle – ins Integrationsamt. Per Eilverfahren versuchte die Sachbearbeiterin sich auf ihre alte Stelle zurückzuklagen – sie sei schließlich für die neue Stelle nicht geeignet. Doch das war dem Arbeitsgericht Hamburg egal: Wesentliche, nicht wieder rückgängig machbare Nachteile, seien bei der Versetzung nicht erkennbar. Der Sachbearbeiterin fehle daher die Eilbedürftigkeit für ihren Antrag. Jetzt muss sie das normale Gerichtsverfahren abwarten.

Onanieren im Krankenwagen keine gute Idee

Az.: 3 Ca 1933/13 Unglaublich, aber wahr: Die Staatsanwaltschaft erhielt eine Mail zugespielt, in der sich ein Rettungswagenfahrer damit brüstete, im Krankenwagen mit älteren Patientinnen Spaß gehabt zu haben. Nachweisen könne man ihm aber nichts, denn diese waren hochgradig dement. Die Ermittlungen förderten jedoch ein Internetvideo zu Tage, in dem der Arbeitnehmer im Krankenwagen onanierte. Das gab der Mann im Prozess auch zu, der Rest aber sei frei erfunden, er habe sich im Internet mit der Aussage zu den “Grannys” nur aufspielen wollen. Den Richtern am Arbeitsgericht Hagen ging das trotzdem zu weit: Eine fristlose Kündigung sei gerechtfertigt. Das Onanieren und die Aussagen zu dem Spaß mit den Patientinnen würden das Ansehen des Arbeitgebers hochgradig gefährden und könnten negative wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen. Darin liege eine offensichtlich schwerwiegende Pflichtverletzung, die eine fristlose Kündigung rechtfertige.

Total durchleuchtet: Was taugen Persönlichkeitstests?

Geschrieben am: 30-07-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

Gwoeii/shutterstock.comBeratern und auch Bewerbern begegnen sie immer wieder: Fragebögen, die der Persönlichkeit auf den Grund gehen wollen. Sie sollen Jobcoaching oder Personalauswahl und -Entwicklung erleichtern, indem sie ein klareres Bild vom Mensch vermitteln. In den vergangenen Jahren habe ich mehr als 100 Tests an mir selbst getestet sowie verschiedene Verfahren in der Beratung eingesetzt. Was bringen diese wirklich?

Was ist von all diesen Tests zu halten?

Ein Überblick über bekannte und häufig eingesetzte Verfahren in Personalentwicklung und Karrierecoaching – in alphabetischer Reihenfolge:

Die Belbin-Teamrollen

Sind Sie in Ihrem Team der Teamplayer oder die Ideenmaschine? Meredith Belbin erkannte neun Rollen, die dem optimalen Teamerfolg beitragen können. Jeder Mensch hat Präferenzen; ich beispielsweise habe die meisten Punkte bei Gestalter – Shaper heißt die Rolle auf Englisch.

Belbins Modell ist allerdings kein richtiger Test, da er nicht wissenschaftlich ist. Nützlich ist er trotzdem, etwa für die Arbeit mit Gruppen. Der Mehrwert liegt in der Erkenntnis, dass Gegensätze wichtig sind – und man den schnellen Gestalter genauso braucht wie den detailversessenen Perfektionist. Auch wenn beide sich oft erst mal nicht grün sind.

Big Five

Der wissenschaftlichste aller Persönlichkeitstests, da mit ihm eine Unmenge von Studien durchgeführt worden sind. Der Big Five beruht auf der Annahme, dass fünf Persönlichkeitseigenschaften (je nach individueller Ausprägung und Gewichtung) den Charakter bestimmen: Die Extraversion (und Introversion als Gegenpart), die Offenheit für neue Erfahrungen, die Verträglichkeit, die Gewissenhaftigkeit und der Neurotizismus (positiver übersetzt mit Stabilität).

Den Test gibt es im Netz in zahlreichen Variationen. Eine kostenlose Variante findet sich etwa bei Typentest. Der Mehrwert des Tests für Nutzer liegt beispielsweise in der Erkenntnis, dass bestimmte Eigenschaften in Zusammenhang mit beruflichem Erfolg stehen, etwa Gewissenhaftigkeit. Oder Offenheit für neue Erfahrungen, die nachweislich, oft in Verbindung mit Extraversion besonders kreative Menschen auszeichnet.

Bochumer Inventar

Ein von der Ruhr-Universität Bochum von Rüdiger Hossiep entwickelter Test, der auf den Big Five beruht, aber Privates ausklammert und manche Big-Five-Eigenschaften menschlicher formuliert. Das Bochumer Inventar ist wissenschaftlich gut abgesichert; viele Unternehmen, Institutionen und auch manche Career Services setzen es ein.

Der Test lässt sich über Hogrefes Testzentrale auch einzeln bestellen. Eine Musterauswertung gibt es dort ebenfalls. Für Laien sind die Ergebnisse oft fassbarer als die des Big Five. Und für Firmen hat diese Version den Vorteil, dass das Privatleben ausgeklammert bleibt.

Karriereanker

Edgar Schein sah in der modernen Arbeitswelt sieben Anker, die Menschen motivieren, bestimmte Arbeitsumfelder zu suchen, darunter

  • Sicherheit
  • Unabhängigkeit
  • Dienst für die Sache
  • Lebensstilintegration (könnte man übersetzen mit Work-Life-Balance).

Auch dies ist wie bei Belbin kein richtiger Test, aber nützlich in der Beratung und im Coaching, jedoch unbrauchbar für die Personalauswahl. Denn der Test sagt fast nichts über persönliche Eigenschaften aus, sondern vielmehr über Werte. Was ich allerdings gut finde, da meiner Ansicht nach Karriereentscheidungen weniger mit Eigenschaften zu tun haben als mit Werten und Prägungen.

MBTI

Myers-Briggs-TestDieser Test beruht auf dem Modell von C. G. Jung, der ebenso umstritten ist wie der von Myers und Briggs entwickelte Typenindikator, der nicht Test heißen will.

Er setzt Typen aus vier Buchstaben zusammen, die etwa INTJ lauten oder ESTP. Dahinter verbergen sich Wahrnehmungs- und Verhaltenspräferenzen, etwa bei Entscheidungen. Schön, um mehr über sich selbst zu lernen (abgewandelt auch bei Typentest und sehr ähnlich bei David Keirsey), allerdings unbrauchbar für die Personalauswahl, da im Grunde jeder Typ jeden Beruf ausüben kann.

Reiss Profile

Ein sehr beliebtes Motivprofil. Motive sind stabile Verhaltenspräferenzen. Reiss misst 16 davon, beispielsweise Anerkennung und Neugier.

Der Test kommt bei Nutzern oft gut an, öffnet er doch neue Perspektiven auf die Frage „Warum fühle ich so?“. Es gibt auch Fussballverbände und Firmen, die für jeden Spieler oder Mitarbeiter ein Reiss-Profil hinterlegt haben. Damit man weiß, wie man mit dem Einkäufer umgehen, wenn man ihn anruft… In Sachen Wissenschaftlichkeit ist er aber umstritten.

RIASEC

Treibt mich ein Forscherinteresse oder bin ich eher praktisch veranlagt? Gerade am Anfang des Berufslebens hilft hier Klarheit über grundlegende Orientierungen. Der RIASEC nach John Hollande ist ein Test, den viele Universitäten in ihre Self-Assessments integriert haben, da er sich vor allem für die Berufs- und Studienrichtungswahl anbietet.

Auf dem Portal Teletest.ch kann man ihn auch so absolvieren.

Sicher, es gibt noch viele weitere Verfahren, da Tests ein lukratives Geschäft sind. Bewerbern empfehle ich jedoch: Vorsicht mit Tests, die allzu konkrete Empfehlungen geben, etwa zur Berufswahl. Und Vorsicht vor Beratern, die den Test, auf den Sie sich lizenzieren ließen, nicht kritisch in Frage stellen.

Gesunde Distanz ist bei all den Verfahren angebracht. So hilfreich Tests sein können, so gefährlich sind sie, wenn sie Schubladendenken fördern.

Beratern, die mit Unternehmen arbeiten, rate ich auf Wissenschaftlichkeit zu achten und Aussagen zu hinterfragen.

Doch woran erkennt man Wissenschaftlichkeit?

So behauptet fast jeder Anbieter seine Tests seien objektiv, valide und reliabel. Doch bei allen drei Kriterien und vor allem auch der Validität steckt der Teufel im Detail: für einen nicht sozialwissenschaftlich ausgebildeten Laien kaum zu verstehen. Zu starke Kommerzialisierung würde ich als Warnsignal werten. Durch verschiedene Stufen von Lizenzierungen und Abnahmepflichten schaffen Anbieter eine oft auch psychologische Bindung an den Test.

Sollten Sie also über eine Zertifizierung nachdenken, fragen Sie sich, ob Sie damit unabhängig bleiben können.

Sprachlos: Wege die Schreibblockade zu überwinden

Geschrieben am: 30-07-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

Brian A Jackson/shutterstock.comDie Schreibblockade – für Schreibende ist sie der blanke Horror. Das leere Blatt Papier liegt vor einem und will gefüllt werden. Die Zeit drängt, doch es will einem partout nichts einfallen. Man schreibt ein paar Sätze und löscht sie wieder. Noch vor kurzem hatte man die Worte vor sich und jetzt sind sie weg. Diese Schreibunfähigkeit frustriert und macht wütend. So sehr, dass Stephen King dem Gefühl ganze Bücher widmete. Doch was ist, wenn man irgendetwas zustande bringen muss? Die Deadline lässt sich nicht verschieben. Was dabei hilft, die Schreibblockade zu überwinden…

Was ist eine Schreibblockade und wie entsteht sie?

Die meisten Schüler, Studenten, Blogger, Journalisten und Projektverantwortlichen kennen das Gefühl. Jeder, der in seinem Beruf mit Worten zu tun hat, hat schon mal auf leere Seiten gestarrt und wusste nicht weiter. Die meisten beschreiben dieses Phänomen als Unfähigkeit oder Schwierigkeit ihre Gedanken in Worte zu fassen und aufzuschreiben. Die Gedanken treiben mal hier hin und mal dahin, doch das zielgerichtete und strukturierte Denken fällt einem schwer.

Wie äußert sich diese Unfähigkeit?

So wie jeder Schreibende anders schreibt, äußert sich auch die Schreibblockade auf unterschiedliche Art und Weise. Einige kämpfen mit dem richtigen Einstieg, andere ringen mit jedem Wort. Und wieder andere bringen nicht einen einzigen Satz zustande. Auch körperliche Symptome, wie Unruhe, Kopfschmerzen und Übelkeit können dabei auftreten. Die meisten gehen dann dazu über, die Wohnung aufzuräumen, zu putzen, Wäsche zu waschen oder ähnliches. Psychologen sprechen von Vermeidungshandlungen.

Warum passiert einem das alles?

Häufig kommt die Schreibblockade ganz plötzlich. Und man fragt sich: Warum passiert mir das gerade? Dafür gibt es zwei mögliche Gründe:

  1. Die psychologischen Gründe: Angst zu versagen kann hinter der Schreibhemmung stehen. Man steht so sehr unter Druck, dass das Ergebnis gut ist, dass man sich noch während des Schreibprozesses zensiert. Kann ich das so schreiben? Wird das meinen Lesern, meinem Chef oder Professor gefallen? Oft sind es negative Erfahrungen, die einen hemmen. Die letzten Texte wurden verrissen. Die Kritik sitzt so tief, dass man sich nicht davon lösen kann.
  2. Die inhaltlichen Gründe: Eigentlich hat man alle Informationen vor sich liegen und müsste diese nur noch ordnen. Doch genau hier liegt das Problem. Der Berg an Informationen ist so überwältigend groß, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Die Unfähigkeit Zusammenhänge herzustellen und die Informationen zu ordnen, mündet in der Unfähigkeit zu schreiben. Doch auch das Gegenteil, der Mangel an Informationen, ist hemmend. Man weiß einfach nicht, was man schreiben soll, weil man kaum etwas über das Thema weiß.

11 Wege die Schreibblockade zu überwinden

Pixelbliss/shutterstock.comWas hilft in einer solchen Situation? Wie schaffen Sie es trotzdem Ihren Text, den Sie schreiben wollen und meistens auch müssen, fertigzustellen? Vorab: Es gibt keinen Kardinalsweg und keine Methode, die bei jedem garantiert funktioniert. Wir haben verschiedene Wege als Anregungen für Sie gesammelt und hoffen, dass darunter etwas ist, dass die Blockade in Ihrem Kopf löst.

  1. Machen Sie sich einen Fahrplan. Die Kolumbusmethode – einfach losschreiben und sehen, wo man auskommt – funktioniert nur bei den allerwenigsten. Statt aus dem Bauch heraus zu schreiben, strukturieren Sie Ihren Text. Formulieren Sie Ihr Ziel. Eine Überschrift kann dabei schon helfen. Schauen Sie sich in einem zweiten Schritt, die Informationen an, die Ihnen vorliegen. Was passt zu Ihrer Überschrift? Nummerieren Sie die passenden Informationen durch. Mit dieser Reihenfolge vor Augen müssen Sie sich beim Schreiben nur noch daran entlanghangeln.
  2. Wechseln Sie den Ort, an dem Sie schreiben. Sie sitzen im Büro und die Worte wollen Ihnen einfach nicht einfallen. Packen Sie Ihren Laptop ein und wechseln Sie den Ort. Gehen Sie in ein Café oder setzen Sie sich einfach in den Garten. Orte können sehr inspirierend sein und Sie auf neue Ideen bringen.
  3. Beginnen Sie mittendrin. Wer Probleme dabei hat, den Einstieg zu finden oder einen guten ersten Satz zu formulieren, sollte sich nicht weiter damit quälen und mittendrin anfangen. Unser Gehirn arbeitet nicht linear. Wer sagt, dass die Einleitung zuerst geschrieben werden muss? Schauen Sie sich Ihre Notizen und Informationen an und beginnen Sie mit dem Punkt, zu dem Ihnen auf Anhieb etwas einfällt. Ihr Text wird sich wie bei einem Patchwork aus vielen einzelnen Teilen ergeben. Am Schluss können Sie die Einzelteile immer noch miteinander verbinden und aufeinander abstimmen.
  4. Trennen Sie das Schreiben und Redigieren. Konzentrieren Sie sich erst einmal auf das Schreiben. Viele Schreibende machen den Fehler, immer wieder im Text zurückzuspringen und das bereits geschriebene zu überarbeiten und umzuformulieren. Damit stören Sie Ihren Schreibfluss. Versuchen Sie die Zensur in Ihrem Kopf so gut es geht auszuschalten. Schreiben Sie erst einmal alles auf, das Ihnen durch den Kopf geht und erst in einem zweiten Schritt überprüfen Sie das Geschriebene auf Sinnhaftigkeit und Richtigkeit.
  5. Schalten Sie Störfaktoren aus. Wer kann sich schon konzentrieren, wenn ständig das Telefon klingelt oder das E-Mail-Programm einen auf neue Nachrichten hinweist? Schaffen Sie sich einen ungestörten Raum. Auch das Internet kann mit seinen Versuchungen zur Ablenkung werden. Fällt Ihnen nichts ein, ist die Verlockung groß, schnell im Internet nachzuschauen und sich zu verzetteln.
  6. Machen Sie eine kurze Pause. Dass Ihnen nichts einfällt kann auch damit zusammenhängen, dass Sie sich ausgelaugt fühlen. Ihr Gehirn kann nur 90 Minuten am Stück effektiv arbeiten. Danach ist erst einmal Ende. Das ist dann der richtige Moment aufzustehen und frische Luft zu schnappen. Auch Bewegung kann Ihre Leistungsfähigkeit wieder auf Trab bringen. Achten Sie allerdings darauf die Pause zeitlich zu begrenzen und keinen Raum für Vermeidungshandlungen zu lassen.
  7. Stellen Sie wilde Assoziationen an. Wie bekommt man den richtigen Einfall? Helfen Sie Ihrem Gedächtnis mit einem Brainstorming, einer Mind-Map oder einem Perspektivwechsel auf die Sprünge. Immer dann, wenn Sie gerade ins Stocken geraten und nicht mehr weiterkommen, bieten sich solche Methoden an, um auf neue Ideen zu kommen.
  8. Lesen Sie andere Texte. Wie schreib ich das bloß? Häufig sucht man nach einer Formulierung und kommt nicht weiter. Dann hilft es den Text von jemand anderem zu lesen. Es kann Sie inspirieren zu sehen, wie jemand anderes angefangen und wie er formuliert hat.
  9. Schreiben Sie sich warm. Bevor Sie den eigentlichen Text schreiben, kann es helfen, einen Spontantext zu schreiben. So überwinden Sie Ihre Angst vor der leeren Seite, beginnen zu tippen und finden Ihren Schreibrhythmus. Wenn Sie dann zu Ihrem eigentlichen Text übergehen, fließen die Worte leichter.
  10. Schreiben Sie parallel. Wer viel schreibt, arbeitet in der Regel an verschiedenen Texten. Auch hier gibt es keine Regel, die besagt, dass erst ein Text abgeschlossen sein muss, bevor Sie mit dem nächsten beginnen können. Hakt es bei dem einem Text, wechseln Sie die Materie und widmen Sie sich einem anderen.
  11. Disziplinieren Sie sich beim Schreiben. Muss ein Text fertig werden, geht es manchmal nicht anders, als sich dazu zu zwingen etwas zu Papier zu bringen. Deadlines, die weit entfernt sind, können dazu verleiten, zu trödeln und abzuschweifen. Druck kann manchmal dabei helfen, sich auf die vor einem liegende Aufgabe zu fokussieren. Ein nützliches Tool hierfür ist Scrawl. Sie legen fest, wie lange Sie schreiben wollen und wie lange Sie maximal pausieren dürfen. Überschreiten Sie diese Zeit, geht ein Alarm los.

Wie gehen Sie mit Schreibblockaden um?

[Bildnachweis: Brian A Jackson, Pixelbliss by Shutterstock.com]

Lebenslauf Check: Kennen Sie alle Fallstricke?

Geschrieben am: 30-07-2014  |  Abgelegt in: Büro-Alltag

joingate/ShutterstockAnschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse – dieses Dreigespann bildet die Basis jeder Bewerbung, enthält alle wichtigen Daten und Aussagen – und kann Bewerber viel Zeit und Nerven kosten. Dem Anschreiben wird dabei in der Regel am meisten Aufmerksamkeit und Energie gewidmet. Der Lebenslauf wird in vielen Fällen jedoch schnell und nach Schema F abgehakt. Ein Fehler, denn hier steckt der Teufel im Detail und dem Lebenslauf kommt mehr Bedeutung zu, als vielen Bewerbern klar ist. Individuelle Anpassung und gezielte Überarbeitung können Sie sich hier auszahlen.

Lebenslauf: Eine formal einfache Sache

Im Grunde ist es völlig nachvollziehbar, dass Bewerber den Lebenslauf unterschätzen und/oder etwas vernachlässigen. Denn auf den ersten Blick geht es im Lebenslauf ja nur darum, die berufliche Laufbahn formal sauber und übersichtlich zu präsentieren.

Und die formal relevanten Kriterien sind durchaus überschaubar. Die wichtigsten sind:

[] Eine Länge von ein, maximal zwei Seiten
[] Vollständige und aktuelle Kontaktdaten
[] Identische Kopf- und Fußzeile auf Anschreiben und Lebenslauf
[] Konsequent umgesetztes und einheitliches Layout
[] Chronologische oder umgekehrt chronologische Sortierung
[] Datum und Unterschrift
[] Lückenlose Angabe aller beruflichen Stationen
[] Angabe von Monat und Jahr bei den Stationen

Allerdings zeigen bereits diese formalen Kriterien, dass es sich beim Lebenslauf eben doch um mehr als eine simple Auflistung des Werdegangs handelt. Die Abstimmung von Anschreiben und Lebenslauf beschränkt sich beispielsweise – mehr dazu später – nicht nur auf die einheitliche Gestaltung von Kopf- und Fußzeile.

Dazu kommt, dass die genannten Kriterien nur für europäische und/oder klassische Lebensläufe gelten. Beim amerikanischen oder englischen Layout sortieren Sie Ihre Stationen thematisch. Und auch die Angaben zu Ihrer Person können – wenn der Lebenslauf AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) konform sein soll – unterschiedlich gestaltet werden.

Lebenslauf mit Botschaft: Strategische Gestaltung

Marijus Auruskevicius/shutterstock.comEin formal korrekter Lebenslauf stellt lediglich die Basis Ihrer Lebenslaufgestaltung dar. Ihre Chancen auf den jeweiligen Job erhöhen Sie jedoch nur, wenn Sie Ihren Lebenslauf strategisch gestalten und auf die Stelle anpassen.

Für diese Anpassung haben Sie mehrere Möglichkeiten:

[] Optische Hervorhebung der relevanten Stationen
[] Ausführliche Beschreibung ausgewählter Aufgaben
[] Inhaltliche Verknüpfung von Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen
[] Verwendung der relevanten Fachbegriffe und Schlagworte
[] Optische Anpassung an das Unternehmen

Die letztgenannte optische Anpassung können Sie über die farbliche Gestaltung, den Einsatz von grafischen Elementen – die dem Unternehmensstil ähneln – und einer an das Unternehmen angepassten Schriftart vornehmen. Solche optischen Anpassungen sollten Sie dann natürlich auch auf das Anschreiben übertragen.

Wichtig ist hier ein gewisses Fingerspitzengefühl. Kopieren Sie das Layout eines Unternehmens vollständig oder platt, können sich Personaler vor den Kopf gestoßen fühlen. Nehmen Sie die Anpassungen jedoch subtil vor, können Sie so zeigen, dass Sie sich mit dem Unternehmen befasst haben.

Das gilt auch bei der Formulierung von Anschreiben und Lebenslauf. Diese sollten ebenfalls bis zu einem gewissen Grad an den Stil des Unternehmens angepasst sein.

Fokussierter Lebenslauf: Der passende Inhalt

Auch nach den bereits genannten Punkten scheint die inhaltliche Gestaltung des Lebenslaufes unproblematisch zu sein. Doch wenn Sie Ihren Lebenslauf wirklich anpassen und optimieren wollen, sollten Sie sich auch in diesem Bereich für jede Stelle neu Gedanken machen.

Im Folgenden finden Sie einige Fragen, die Ihnen bei der inhaltlichen Überarbeitung Ihres Lebenslaufes helfen können:

[] Welche Stationen sind für die Stelle wichtig?
[] Welche Beispiele finden sich in Anschreiben und Zeugnissen wieder?
[] Welche Stellen spielen eine untergeordnete Rolle?
[] Welche Kompetenzen wollen Sie betonen?
[] Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal für die Stelle?

Hier geht es darum, die Aussagen Ihres Anschreibens – und der beigefügten Zeugnisse – durch die Lebenslaufgestaltung zu unterstützen und wichtige Aspekte zu unterstreichen. Es ist durchaus möglich, dass Personaler diese Gestaltung nicht bewusst wahrnehmen.

Doch wenn Sie alle Bereiche Ihrer Bewerbung auf die konkrete Stelle ausrichten und anpassen, erzielen Sie eine einheitliche – und positive – Wirkung. Auch scheinbar unwichtige Details können dabei eine Rolle spielen und diese Wirkung unterstützen.

Lebenslauf Gestaltung: Achtung Fallstricke

Zu guter Letzt wollen wir Sie noch auf mögliche Fallstricke und Probleme hinweisen, die bei der Überarbeitung und Gestaltung Ihres Lebenslaufes auftreten können. Absolute Basics wie vollständige Daten, falsche Angaben und Lücken sparen wir uns an dieser Stelle, diese verstehen sich ohnehin von selbst.

Nehmen Sie die Überarbeitung Ihres Lebenslaufes jedoch ernst, können daraus ganz eigene Probleme entstehen. Wie so oft gibt es auch hier ein Zuviel des Guten und eine übertriebene Anpassung verkehrt die eigentlich positive Wirkung ins Gegenteil. Konkret sollten Sie folgende Fallstricke meiden:

[] Übertrieben deutliche Anpassung des Layouts
[] Zu starke Verfälschung des eigenen Stils
[] Zu viel Text und Schlagworte bei einzelnen Stationen
[] Ein zu aufwändiges Layout, unter dem die Übersichtlichkeit leidet
[] Einen Stilbruch zwischen Anschreiben und Lebenslauf

[Bildnachweis: joingate und Marijus Auruskevicius by Shutterstock.com]